Hochrechnen mit dem Zähler
Die Rechnung ist einfach: Verbrauch seit der letzten Abrechnung, geteilt durch den Anteil des Jahres, der seitdem vergangen ist. Mal Arbeitspreis, plus Grundpreis, minus zwölf Abschläge. Das Ergebnis zeigt, wo du bei gleichem Verhalten landest.
Beim Strom passt die Rechnung nach Tagen ganz gut, der Verbrauch schwankt übers Jahr wenig. Beim Heizen mit Gas führt sie in die Irre, weil der Winter fast den ganzen Verbrauch ausmacht. Messdienste rechnen deshalb mit Gradtagszahlen.
| Monat | Anteil | bis Monatsende | nach Tagen |
|---|---|---|---|
| Januar | 17 % | 17 % | 8 % |
| Februar | 15 % | 32 % | 17 % |
| März | 13 % | 45 % | 25 % |
| April | 8 % | 53 % | 33 % |
| Mai | 4 % | 57 % | 42 % |
| Juni | 1,3 % | 58 % | 50 % |
| Juli | 1,3 % | 60 % | 58 % |
| August | 1,3 % | 61 % | 67 % |
| September | 3 % | 64 % | 75 % |
| Oktober | 8 % | 72 % | 83 % |
| November | 12 % | 84 % | 92 % |
| Dezember | 16 % | 100 % | 100 % |
Liest du Ende Juni ab, sind nach Gradtagszahlen schon 58 Prozent des Heizjahres vorbei, nach Tagen nur die Hälfte. Wer im Sommer nach Tagen hochrechnet, erschrickt deshalb grundlos. Wer im Dezember abliest, unterschätzt dagegen seinen Verbrauch.
Was die Rechnung nicht weiß
Ein kalter Februar treibt den Gasverbrauch über den Durchschnitt, ein milder senkt ihn. Preisänderungen im laufenden Jahr rechnet der Versorger anteilig ab. Und ein neuer Kühlschrank, ein Homeoffice oder ein Baby verändern den Stromverbrauch sofort.