Die Zentimeter-Regel
Aquarianer rechnen seit Jahrzehnten mit einer einfachen Faustregel: ein Zentimeter Fisch je Liter Wasser, gemessen an der Endlänge. Ein Neon wird etwa 4 Zentimeter lang, also braucht jeder rund 4 Liter. Für Fische über 5 Zentimeter nimmst du zwei Liter je Zentimeter, weil sie mit der Länge auch in Höhe und Breite wachsen.
Gerechnet wird mit dem Wasser, nicht mit dem Glas. Bodengrund, Steine, Wurzeln und der freie Rand oben nehmen etwa 15 Prozent weg. Ein 54-Liter-Becken hat also rund 46 Liter Wasser.
| Becken | Glas | Neons | Platys | Skalare |
|---|---|---|---|---|
| 60 × 30 × 30 cm | 54 l | 11 | 3 | 1 |
| 80 × 35 × 40 cm | 112 l | 23 | 7 | 3 |
| 120 × 50 × 40 cm | 240 l | 51 | 17 | 6 |
Wann die Regel nicht reicht
Die Faustregel sagt nur, wie viel Fisch das Wasser verkraftet. Sie sagt nichts darüber, ob die Arten zusammenpassen. Schwarmfische wie Neons oder Bärblinge fühlen sich erst ab acht bis zehn Tieren sicher, Panzerwelse ab sechs. Ein Kampffisch-Männchen lebt allein, zwei Männchen gehen aufeinander los.
Mischst du Arten, zähl die Endlängen zusammen. Und fang mit der Hälfte an: Die Bakterien im Filter brauchen Wochen, bis sie die Ausscheidungen vieler Fische abbauen. Wer zu schnell besetzt, erlebt oft den Nitritpeak mit toten Fischen.
Große Arten wie Skalare, Antennenwelse oder Buntbarsche brauchen außerdem Mindestmaße, Liter allein reichen nicht. Skalare werden mit den Flossen höher als lang, Halter empfehlen für sie mindestens 50 Zentimeter Wasserstand. Das steht in keiner Literzahl.