Ein Beruf nah am Mindestlohn
Die Bundesagentur für Arbeit zählte Ende 2025 rund 36.000 Friseurinnen und Friseure in Vollzeit. Die Hälfte von ihnen verdiente weniger als 2.236 € brutto im Monat. Die mittlere Hälfte lag zwischen 1.836 € und 2.545 €.
Seit Januar 2026 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 Euro je Stunde. Bei 39,5 Wochenstunden sind das rund 2.388 € im Monat, also schon mehr als der Median vom Jahresende. Wer heute in Vollzeit im Salon steht, verdient deshalb meist etwas mehr, als die Statistik zeigt.
Der Tarif in NRW gilt für jeden Salon
In Nordrhein-Westfalen hat das Land den Vergütungstarif des Friseurhandwerks für allgemeinverbindlich erklärt. Er gilt seit 1. Januar 2026 für alle Betriebe, auch ohne Innung. Nach der Gesellenprüfung startest du in der untersten Gruppe. Spätestens nach 30 Monaten hast du Anspruch auf die nächste Gruppe, wenn du überwiegend selbständig arbeitest.
| Gruppe | Stundenlohn | im Monat | ab 1. Januar 2027 |
|---|---|---|---|
| Geselle mit Basistechniken, Einstieg | 14,60 € | 2.509 € | 15,30 € |
| Geselle, überwiegend selbständig | 15,23 € | 2.617 € | 15,96 € |
| Geselle, höchste Gruppe | 16,17 € | 2.778 € | 16,94 € |
| Meister ohne Leitungsfunktion | 15,23 € | 2.617 € | 15,96 € |
| Meister als Betriebsleiter und Ausbilder | 19,04 € | 3.272 € | 19,96 € |
Urlaubs- und Weihnachtsgeld regelt der Tarif nicht. Trinkgeld kommt obendrauf und ist steuer- und abgabenfrei, solange es freiwillig von der Kundschaft kommt. In anderen Ländern gibt es eigene Tarife oder gar keinen, dort ist der Mindestlohn die Untergrenze.
Ausbildung und Meister
Die Ausbildungsvergütung im NRW-Tarif beträgt 785, 910 und 1.065 Euro im ersten bis dritten Jahr. Wo kein Tarif gilt, muss der Salon mindestens die gesetzliche Mindestvergütung zahlen: 724 € im ersten Jahr für alle, die 2026 anfangen.
Der Meisterbrief allein bringt im Tarif wenig: Ein Meister ohne Leitungsaufgabe steht bei 15,23 € je Stunde, so viel wie ein selbständig arbeitender Geselle. Erst als Betriebsleiter mit Ausbildungsverantwortung sind es 19,04 €. Der Entgeltatlas zeigt dasselbe Bild: Aufsichtskräfte in der Körperpflege kamen im Median auf 2.509 €. Mehr Geld bringt meist der eigene Salon.
Ost und West, Männer und Frauen
Im Osten lag der Median Ende 2025 zwischen 2.011 € in Thüringen und 2.124 € in Mecklenburg-Vorpommern, im Westen zwischen 2.180 € in Niedersachsen und 2.323 € in Hamburg. Der Abstand ist kleiner als in den meisten Berufen, weil viele Salons nah am Mindestlohn zahlen, egal wo.
Männer und Frauen verdienen im Friseurhandwerk fast gleich viel: 2.254 € gegenüber 2.228 €. Vom Median 2.236 € bleiben 2026 in Steuerklasse I, kinderlos und ohne Kirchensteuer rund 1.620 € netto.
| Bundesland | Median | mittlere Hälfte |
|---|---|---|
| Hamburg | 2.323 € | 1.986 € bis 2.736 € |
| Baden-Württemberg | 2.296 € | 1.939 € bis 2.606 € |
| Nordrhein-Westfalen | 2.287 € | 1.807 € bis 2.566 € |
| Hessen | 2.266 € | 1.817 € bis 2.569 € |
| Rheinland-Pfalz | 2.256 € | 1.855 € bis 2.637 € |
| Bayern | 2.254 € | 1.948 € bis 2.564 € |
| Berlin | 2.237 € | 1.897 € bis 2.569 € |
| Schleswig-Holstein | 2.219 € | 1.777 € bis 2.483 € |
| Niedersachsen | 2.180 € | 1.777 € bis 2.459 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 2.124 € | 1.781 € bis 2.419 € |
| Sachsen | 2.101 € | 1.785 € bis 2.387 € |
| Brandenburg | 2.091 € | 1.722 € bis 2.377 € |
| Sachsen-Anhalt | 2.013 € | 1.682 € bis 2.338 € |
| Thüringen | 2.011 € | 1.641 € bis 2.285 € |