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Wie viel Meter Bremsweg hat ein Auto?

Zwischen zwei parkenden Autos rollt ein Ball auf die Straße. Du siehst ihn, und dein Fuß ist noch auf dem Gas. Bis er auf der Bremse steht, vergeht etwa eine Sekunde, und in der fährst du bei Tempo 50 knapp 14 Meter weiter.

km/h
m/s²
aufmerksam etwa 1 Sekunde, abgelenkt deutlich mehr
s

Anhalteweg

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Die Formeln aus der Fahrschule

    Für die Theorieprüfung lernst du drei Faustformeln. Den Reaktionsweg rechnest du als Tempo geteilt durch 10, mal 3. Den Bremsweg als Tempo geteilt durch 10, mit sich selbst malgenommen. Bei einer Gefahrbremsung halbierst du diesen Bremsweg. Der Anhalteweg ist die Summe aus Reaktionsweg und Bremsweg.

    Bei 50 km/h ergibt das 15 Meter Reaktionsweg und 25 Meter Bremsweg, zusammen 40 Meter. Mit Gefahrbremsung sind es 15 plus 12,5 Meter. Die Formeln rechnen vorsichtig, ein modernes Auto mit ABS steht bei einer Vollbremsung eher früher.

    Anhalteweg nach Fahrschulformel und physikalisch mit 1 s Reaktionszeit
    TempoReaktionswegBremsweg normalGefahrbremsungAnhalteweg normalphysikalisch trockenphysikalisch nass
    30 km/h9 m9 m4,5 m18 m13 m14 m
    50 km/h15 m25 m12,5 m40 m26 m30 m
    70 km/h21 m49 m24,5 m70 m43 m51 m
    100 km/h30 m100 m50 m130 m76 m92 m
    130 km/h39 m169 m84,5 m208 m118 m145 m

    Was die Physik dazu sagt

    Genauer wird es mit der Bremsverzögerung, also wie viele Meter pro Sekunde das Auto in jeder Sekunde langsamer wird. Der Bremsweg ist dann das Quadrat der Geschwindigkeit in Metern pro Sekunde, geteilt durch die doppelte Verzögerung. Trocken sind es 7 bis 9 m/s². Mit sehr guten Reifen schafft ein modernes Auto auch 10, auf nasser Straße rechnen Sachverständige mit 5 bis 7, auf Schnee mit 2 bis 3 und auf Glatteis manchmal nur mit 1.

    Weil die Geschwindigkeit im Quadrat eingeht, wächst der Bremsweg schneller als das Tempo. Doppelt so schnell heißt viermal so langer Bremsweg. Der Reaktionsweg dagegen wächst nur im gleichen Maß, und er ist bei Stadttempo oft länger als der Bremsweg selbst.

    Zehn km/h, die den Unterschied machen

    Ein Auto mit 50 km/h steht auf trockener Straße nach rund 26 Metern. Fährt ein zweites an derselben Stelle mit 60 km/h los und bremst genauso, ist es an diesem Punkt noch 41 km/h schnell. Der Grund: Während der Reaktionssekunde bremst noch keiner, und das schnellere Auto hat danach viel weniger Weg übrig. Mit 60 statt 50 triffst du ein Kind also fast mit Stadttempo.

    Die Reaktionszeit ist die zweite Stellschraube. Ein Blick aufs Handy von zwei Sekunden verlängert den Anhalteweg bei 50 km/h um fast 28 Meter. Müdigkeit und Alkohol wirken ähnlich.

    Häufige Fragen

    Wie berechnet man den Bremsweg in der Fahrschule?

    Für den Bremsweg teilst du die Geschwindigkeit durch 10 und nimmst das Ergebnis mit sich selbst mal. Bei 50 km/h sind das 5 mal 5, also 25 Meter. Bei einer Gefahrbremsung halbiert sich der Wert. Den Reaktionsweg rechnest du als Geschwindigkeit durch 10 mal 3.

    Wie lang ist der Anhalteweg bei 50 km/h?

    Nach der Fahrschulformel beträgt der Anhalteweg bei 50 km/h 40 Meter: 15 Meter Reaktionsweg und 25 Meter Bremsweg. Bei einer Gefahrbremsung sind es 27,5 Meter. Ein modernes Auto mit guten Reifen steht auf trockenem Asphalt nach etwa 26 Metern.

    Wie viel länger ist der Bremsweg bei Nässe?

    Auf nasser Straße bremst ein Auto mit etwa 6 statt 8 Metern pro Sekunde zum Quadrat ab. Der reine Bremsweg wird dadurch rund 33 Prozent länger, auf Schnee etwa dreimal, auf Glatteis bis zu achtmal so lang wie auf trockener Straße.

    Warum verdoppelt sich der Bremsweg nicht, wenn man doppelt so schnell fährt?

    Der Bremsweg wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Wer doppelt so schnell fährt, braucht den vierfachen Bremsweg, weil die Bewegungsenergie viermal so groß ist. Nur der Reaktionsweg wächst gleichmäßig mit dem Tempo.