Reparieren, solange es geht
Ein frischer Steinschlag lässt sich oft mit Harz füllen. Laut ADAC geht das, wenn der Schaden kleiner als 5 mm ist, mindestens 10 cm vom Rand liegt und nicht im Sichtfeld des Fahrers. Warte damit nicht: Kälte, Hitze und Schlaglöcher machen aus einem kleinen Stern schnell einen Riss, und dann bleibt nur der Tausch. Klebe den Schaden bis zur Werkstatt mit einem durchsichtigen Klebestreifen ab, damit kein Schmutz hineinkommt.
Auch der TÜV schaut hin. Ein Schaden im Sichtfeld des Fahrers, grob einem 30 cm breiten Streifen über dem Lenkrad, kostet meist die Plakette. Kleine Schäden am Rand sind oft kein Problem.
Eine Reparatur kostet ohne Versicherung um 100 €. Mit Teilkasko zahlst du oft gar nichts, weil viele Versicherer bei einer Reparatur auf die Selbstbeteiligung verzichten. Für sie ist das günstiger als eine neue Scheibe.
Warum der Tausch so teuer geworden ist
Früher war eine Frontscheibe ein Stück Glas mit Gummi. Heute sitzt dahinter eine Kamera, oft auch Regen- und Lichtsensor, manchmal ein Head-up-Display. Nach dem Tausch muss die Kamera neu kalibriert werden, damit Spurhalte- und Notbremsassistent richtig sehen. Der ADAC ließ das 2026 für 20 Modelle durchrechnen: 955 bis 2.474 € brutto, allein die Kalibrierung kostete beim VW Golf rund 825 Euro netto. Ein Kleinwagen ohne Kamera liegt um 500 €.
In der Teilkasko zahlst du nur die Selbstbeteiligung, meist 150 €. Ein Glasschaden stuft dich nicht hoch, die Teilkasko hat keinen Schadenfreiheitsrabatt. Hat ein anderes Auto den Stein aufgewirbelt, müsste dessen Haftpflicht zahlen, doch das lässt sich fast nie beweisen.