Zum Inhalt
wieviel.net

Ab wie viel Einkommen lohnt der Kinderfreibetrag statt Kindergeld?

Im Steuerbescheid steht unter „Erläuterungen“ ein Satz, den du dreimal liest: Die Freibeträge für Kinder wurden abgezogen, das Kindergeld wurde hinzugerechnet. Hast du jetzt mehr bekommen oder weniger?

steht im letzten Steuerbescheid, bei Ehepaaren gemeinsam
€

Freibetrag lohnt sich ab

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Voreingestellte Werte: Stand Januar 2026. Werte und Quellen

    Wie die Günstigerprüfung rechnet

    Eltern bekommen jeden Monat 259 Euro Kindergeld je Kind, im Jahr 3.108 Euro. In der Steuererklärung prüft das Finanzamt, ob der Abzug der Kinderfreibeträge von 9.756 Euro mehr Steuer spart. Bei einem Grenzsteuersatz von 30 Prozent wären das knapp 2.927 Euro, also weniger als das Kindergeld.

    Erst bei hohem Einkommen wird der Freibetrag günstiger, für Ehepaare mit einem Kind ab etwa 86.200 Euro zu versteuerndem Einkommen. Dann zieht das Finanzamt die Freibeträge ab und rechnet das Kindergeld zur Steuer hinzu. Du bekommst die Differenz, nicht beides.

    Ab diesem zu versteuernden Einkommen bringt der Freibetrag 2026 mehr
    KinderEhepaar, SplittingAlleinerziehend, voller Freibetrag
    1 Kind86.200 €45.500 €
    2 Kinder91.000 €50.400 €
    3 Kinder95.900 €55.300 €

    Mit mehr Kindern steigt die Grenze, weil jeder weitere Freibetrag in einer niedrigeren Steuerzone wirkt. Für Ehepaare entspricht die Grenze bei einem Kind einem Jahresbrutto von etwa 104.000 Euro, wenn nur einer verdient.

    Getrennte Eltern

    Leben die Eltern getrennt, hat jeder die Hälfte der Freibeträge, und auch das Kindergeld wird zur Hälfte angerechnet. Der Elternteil, der kaum Unterhalt zahlt, kann seinen Anteil am Kinderfreibetrag verlieren. Für den Freibetrag für Betreuung und Erziehung gilt das, wenn das Kind nicht bei ihm gemeldet ist, auf Antrag des anderen Elternteils.

    Auch wer das Kindergeld nicht beantragt hat, bekommt in der Günstigerprüfung nicht mehr: Angerechnet wird der Anspruch, nicht das gezahlte Geld.

    Häufige Fragen

    Ab welchem Einkommen lohnt sich der Kinderfreibetrag?

    Bei zusammen veranlagten Eltern mit einem Kind bringt der Kinderfreibetrag 2026 ab etwa 86.200 Euro zu versteuerndem Einkommen mehr als das Kindergeld. Für Alleinerziehende mit dem vollen Freibetrag liegt die Grenze bei etwa 45.500 Euro. Das Finanzamt prüft das von selbst in der Steuererklärung.

    Bekommt man Kindergeld und Kinderfreibetrag zusammen?

    Nein, nur eins von beiden wirkt. Das Kindergeld wird monatlich gezahlt. In der Steuererklärung rechnet das Finanzamt, ob die Freibeträge mehr Steuer sparen würden. Ist das so, zieht es die Freibeträge ab und rechnet das erhaltene Kindergeld auf die Steuer wieder an. Übrig bleibt nur die Differenz.

    Wie hoch ist der Kinderfreibetrag 2026?

    Für jedes Kind gibt es 2026 zusammen 9.756 Euro Freibeträge für beide Eltern: den Kinderfreibetrag und den Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Jeder Elternteil hat die Hälfte davon.

    Warum wirkt der Kinderfreibetrag schon auf dem Lohnzettel?

    Die Kinderfreibeträge auf der Lohnsteuerkarte senken nicht die Lohnsteuer, aber den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Die Günstigerprüfung zwischen Kindergeld und Freibetrag kommt erst mit der Steuererklärung.