Die Mitte ist eine Spanne um das mittlere Einkommen
Einen amtlichen Begriff für Mittelschicht gibt es nicht. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln misst sie am Einkommen: Wer zwischen 80 und 150 Prozent des mittleren Einkommens hat, gehört zur Mitte im engeren Sinn. Als Single sind das 1.850 bis 3.470 Euro netto im Monat. Knapp die Hälfte der Bevölkerung liegt in diesem Bereich.
Das mittlere Einkommen ist der Median. Die eine Hälfte der Menschen hat mehr, die andere weniger, und ganz Reiche verzerren den Wert nicht so wie beim Durchschnitt. Single: rund 2.312 Euro netto im Monat. Die Zahlen stammen aus der Erhebung EU-SILC mit Einkommen von 2022. Seitdem sind Löhne und Renten gestiegen, die Grenzen liegen heute also etwas höher.
| Haushalt | untere Mitte ab | Mitte ab | obere Mitte ab | einkommensreich ab |
|---|---|---|---|---|
| Single | 1.390 € | 1.850 € | 3.470 € | 5.780 € |
| Paar ohne Kinder | 2.080 € | 2.770 € | 5.200 € | 8.670 € |
| Alleinerziehend, ein Kind unter 14 | 1.800 € | 2.400 € | 4.510 € | 7.510 € |
| Paar, zwei Kinder unter 14 | 2.910 € | 3.880 € | 7.280 € | 12.140 € |
Unter und über der Mitte
Unter 60 Prozent des Medians gilt ein Haushalt als einkommensarm, das entspricht der Grenze zur Armutsgefährdung. Zwischen 60 und 80 Prozent liegt die untere Mitte. Über 150 Prozent beginnt die obere Mitte, und ab 250 Prozent spricht das IW von relativ Einkommensreichen. Dazu zählt knapp jeder Fünfundzwanzigste.
Das Einkommen sagt nicht alles. Wer 5.000 Euro netto verdient und in München Miete zahlt, fühlt sich selten reich. Wer schuldenfrei auf dem Land wohnt, kommt mit weniger gut aus. Vermögen zählt in dieser Rechnung gar nicht.