Die Formel von Tanner
Die Körpergröße ist zu einem großen Teil vererbt. Kinderärztinnen und Kinderärzte schätzen die Zielgröße deshalb aus der Größe der Eltern, nach einer Formel, die der britische Kinderarzt James Tanner 1970 veröffentlicht hat. Männer sind im Mittel 13 Zentimeter größer als Frauen, diesen Unterschied gleicht die Formel aus.
- Junge: (Vater + Mutter + 13) ÷ 2
- Mädchen: (Vater + Mutter − 13) ÷ 2
Die Zielgröße ist ein Mittelwert, kein Versprechen: Rund 95 von 100 Kindern landen innerhalb von 8,5 Zentimetern darüber oder darunter. Geschwister derselben Eltern können deshalb gut 15 Zentimeter auseinanderliegen.
| Vater und Mutter | Junge | Mädchen |
|---|---|---|
| 175 und 160 cm | 174 cm | 161 cm |
| 180 und 165 cm | 179 cm | 166 cm |
| 185 und 170 cm | 184 cm | 171 cm |
| 190 und 175 cm | 189 cm | 176 cm |
Was die Größe außerdem beeinflusst
Ernährung, Schlaf, chronische Krankheiten und der Zeitpunkt der Pubertät verschieben das Ergebnis. Kinder, die früh in die Pubertät kommen, sind anfangs oft die Größten in der Klasse und hören dann früher auf zu wachsen. Späte Entwickler holen auf.
Über Generationen sind die Menschen in Deutschland größer geworden, vor allem durch bessere Ernährung. Heute wächst der Durchschnitt kaum noch. Die Formel nutzt die Größe der Eltern und fängt so den größten Teil der Unterschiede ein.
Die Faustregel mit dem zweiten Geburtstag
Eine alte Regel sagt: Die Größe mit zwei Jahren mal zwei ergibt die Endgröße. Bei Mädchen gilt die Größe mit 18 Monaten, sie reifen früher. Der Rechner zeigt beide Schätzungen nebeneinander. Liegen sie weit auseinander, ist das kein Grund zur Sorge, denn die Faustregel ist deutlich ungenauer als die Formel mit der Größe der Eltern.
Genauer wird es erst später. Mit einem Röntgenbild der Hand bestimmt die Kinderärztin das Knochenalter und kann daraus die Endgröße vorhersagen. Das macht sie nur, wenn es einen Grund gibt.