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Wie viel Zuzahlung muss ich im Jahr höchstens leisten?

In der Schublade liegt ein Stapel Kassenbons aus der Apotheke, dazu die Quittung von der Physiotherapie. Fünf Euro hier, zehn Euro da. Irgendwann reicht es, und das Gesetz sagt, wann.

Grundsicherung oder Bürgergeld?
Lohn, Rente, Kapitalerträge, Mieteinnahmen aller Angehörigen
€
etwa Ehe- oder Lebenspartner
Schwerwiegend chronisch krank?
€

Belastungsgrenze im Jahr

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Voreingestellte Werte: Stand September 2026, Januar 2026. Werte und Quellen

    Zwei Prozent, für Chroniker eins

    Zuzahlungen fallen fast überall an: in der Apotheke, bei Physiotherapie, Hilfsmitteln, im Krankenhaus und bei der Reha. Mehr als 2 Prozent der Bruttoeinnahmen des Haushalts musst du im Kalenderjahr aber nicht zahlen, als schwerwiegend chronisch Kranker 1 Prozent. Was darüber liegt, erstattet die Krankenkasse.

    Gezählt wird das Einkommen aller Angehörigen, die mit dir zusammenleben. Davon gehen Freibeträge ab: für den ersten Angehörigen 15 Prozent der Bezugsgröße, 2026 also 7.119 €, für jeden weiteren 4.746 € und für jedes Kind 9.756 €.

    Belastungsgrenze 2026, Beispiele
    Brutto im JahrHaushaltGrenze 2 %Grenze 1 %
    25.000 €allein500 €250 €
    40.000 €mit Partner658 €329 €
    60.000 €mit Partner, 2 Kinder667 €334 €
    90.000 €mit Partner, 2 Kinder1.267 €634 €

    Was du wo zuzahlst

    Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen nichts zu, außer bei Fahrkosten. Arzneimittel, deren Preis mindestens 30 Prozent unter dem Festbetrag liegt, können ganz zuzahlungsfrei sein, die Apotheke weiß das.

    Chronisch krank im Sinne der Kasse

    Für die Grenze von 1 Prozent reicht nicht jede Dauererkrankung. Du musst mindestens ein Jahr lang wenigstens einmal im Quartal wegen derselben Krankheit in ärztlicher Behandlung sein und zusätzlich pflegebedürftig ab Pflegegrad 3 sein, einen Grad der Behinderung von mindestens 60 haben oder ohne dauerhafte Behandlung eine lebensbedrohliche Verschlechterung drohen. Die Ärztin bestätigt das auf einem Formular für die Kasse.

    Wer nach dem 1. April 1972 geboren ist, bekommt die niedrigere Grenze außerdem nur, wenn er vor der Erkrankung die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen hat.

    Häufige Fragen

    Wie hoch ist die Belastungsgrenze für Zuzahlungen?

    Gesetzlich Versicherte zahlen im Kalenderjahr höchstens 2 Prozent ihrer Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt zu, schwerwiegend chronisch Kranke 1 Prozent. Gerechnet wird mit dem Einkommen aller Angehörigen im Haushalt, abzüglich Freibeträgen für Partner und Kinder.

    Wie viel Zuzahlung bei Bürgergeld oder Grundsicherung?

    Wer Grundsicherung bezieht, für den zählt als Einkommen des ganzen Haushalts nur der Regelbedarf von 563 Euro mal zwölf. Die Belastungsgrenze liegt 2026 damit bei 135,12 Euro, für chronisch Kranke bei 67,56 Euro im Jahr.

    Wie viel kostet die Zuzahlung für ein Medikament?

    Für Arznei- und Hilfsmittel zahlst du 10 Prozent des Preises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro, aber nie mehr, als das Mittel kostet. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von fast allen Zuzahlungen befreit.

    Wie bekomme ich eine Befreiung von der Zuzahlung?

    Sammle die Quittungen. Sobald die Belastungsgrenze erreicht ist, reichst du sie bei deiner Krankenkasse ein. Die Kasse erstattet, was darüber liegt, und stellt einen Befreiungsausweis für den Rest des Jahres aus. Du kannst den Betrag auch am Jahresanfang vorab zahlen und dich gleich befreien lassen.