Zum Inhalt
wieviel.net

Wie viel kostet ein Anwalt?

Der Handwerker hat die Rechnung gestellt, 8.000 Euro für ein Bad, das bei jedem Duschen den Flur flutet. Er meldet sich nicht mehr. Du überlegst, ob sich ein Anwalt lohnt, und vor allem, was er kostet.

Was brauchst du?
der Betrag, um den es geht
€
1,3 ist üblich, 0,5 bis 2,5 möglich
Einigung mit der Gegenseite
Anwalt war vorher außergerichtlich tätig
Wenn du verlierst

Anwaltskosten

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Voreingestellte Werte: Stand September 2026. Werte und Quellen

    Die Gebührentabelle im RVG

    Anwälte rechnen nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ab, wenn nichts anderes vereinbart ist. Maßgeblich ist der Gegenstandswert. Das ist der Betrag, um den es geht, und § 13 RVG legt fest, was eine volle Gebühr bei jedem Wert kostet. Je nach Tätigkeit fällt ein Bruchteil oder ein Vielfaches davon an, das Vergütungsverzeichnis nennt die Sätze.

    RVG und GKG seit Juni 2025; Schreiben und Klage mit Pauschale und Umsatzsteuer, Klage ohne Gegenseite
    Wert1,0 GebührSchreiben 1,3Klage mit Gericht
    1.000 €93,00 €168 €483 €
    3.000 €235,50 €388 €1.101 €
    5.000 €354,50 €572 €1.590 €
    10.000 €652,00 €1.032 €2.813 €
    25.000 €927,00 €1.458 €4.088 €
    50.000 €1.357,00 €2.123 €5.975 €
    100.000 €1.755,00 €2.739 €8.839 €

    Beratung, Schreiben, Klage

    Für ein erstes Beratungsgespräch darf der Anwalt Verbrauchern höchstens 190 € netto berechnen, mit Umsatzsteuer 226,10 €. Weitere Beratung oder ein Gutachten sind auf 250 € netto begrenzt, wenn keine Vereinbarung besteht. Viele Kanzleien vereinbaren aber einen Stundensatz.

    Schreibt der Anwalt die Gegenseite an, entsteht eine Geschäftsgebühr, meist mit dem Satz 1,3. Mehr darf er nur verlangen, wenn die Sache umfangreich oder schwierig war. Einigt ihr euch, kommt eine Einigungsgebühr von 1,5 dazu. Geht es vor Gericht, rechnet er eine Verfahrensgebühr von 1,3 und eine Terminsgebühr von 1,2, und die halbe Geschäftsgebühr wird darauf angerechnet.

    Zu jeder Rechnung kommen eine Pauschale für Porto und Telefon von 20 Prozent, höchstens 20 Euro, und 19 Prozent Umsatzsteuer. Vor Gericht fallen zusätzlich drei Gerichtsgebühren nach dem Gerichtskostengesetz an, die der Kläger vorab einzahlt.

    Wer am Ende zahlt

    Im Zivilprozess zahlt, wer verliert: Gericht, eigenen Anwalt und den der Gegenseite, jeweils nach den gesetzlichen Gebühren. Gewinnst du teilweise, wird geteilt. Im Arbeitsgericht trägt in der ersten Instanz jede Seite ihren Anwalt selbst, auch wer gewinnt.

    Wer wenig verdient, bekommt beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein, dann kostet die Beratung höchstens 15 Euro Eigenanteil. Für einen Prozess gibt es Prozesskostenhilfe. Eine Rechtsschutzversicherung zahlt nur für Streitfälle, die nach Abschluss und Wartezeit entstehen.

    Häufige Fragen

    Wie viel darf eine Erstberatung beim Anwalt kosten?

    Für Verbraucher ist das erste Beratungsgespräch beim Anwalt auf 190 Euro netto begrenzt, mit Umsatzsteuer 226,10 Euro. Die Grenze gilt, wenn ihr vorher keine andere Vergütung vereinbart habt.

    Wie viel kostet ein Anwaltsschreiben bei 5.000 Euro Streitwert?

    Für ein außergerichtliches Schreiben mit der üblichen 1,3 Geschäftsgebühr berechnet der Anwalt bei 5.000 Euro Gegenstandswert 460,85 Euro Gebühr. Mit Pauschale und Umsatzsteuer sind das 572,21 Euro.

    Wer zahlt den Anwalt, wenn man vor Gericht verliert?

    Wer einen Zivilprozess verliert, zahlt die Gerichtskosten, den eigenen Anwalt und den Anwalt der Gegenseite nach den gesetzlichen Gebühren. Vor dem Arbeitsgericht trägt in der ersten Instanz jede Seite ihren Anwalt selbst.

    Was ist der Gegenstandswert beim Anwalt?

    Der Gegenstandswert ist der Betrag, um den es geht, bei einer Geldforderung also die Forderung selbst. Nach ihm richten sich die Gebühren im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, je höher der Wert, desto höher die Gebühr, aber nicht im gleichen Verhältnis.