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Wie viel kostet ein Erbschein?

Die Bank hat freundlich geantwortet, aber deutlich. Ohne Erbschein bleibt das Konto deiner Mutter gesperrt. Beim Amtsgericht liegt der Antrag, ganz unten steht: Kosten nach dem Nachlasswert.

Konten, Immobilien, Auto, Wertpapiere am Todestag
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Kredite, offene Rechnungen; die Beerdigung zählt nicht
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Eidesstattliche Versicherung

Kosten für den Erbschein

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Voreingestellte Werte: Stand September 2026. Werte und Quellen

    So rechnet das Nachlassgericht

    Die Gebühr steht im Gerichts- und Notarkostengesetz. Maßgeblich ist der Wert des Nachlasses am Todestag, abzüglich der Schulden, die vom Verstorbenen selbst stammen. Beerdigung, Pflichtteile und Vermächtnisse ziehst du nicht ab. Auf diesen Geschäftswert fällt für den Erbschein eine volle Gebühr nach Tabelle B an.

    Dazu kommt fast immer die eidesstattliche Versicherung. Damit versicherst du, dass deine Angaben stimmen, und sie kostet noch einmal eine volle Gebühr. Der Erbschein kostet also etwa das Doppelte dessen, was in der Tabelle steht.

    Gebühren nach § 34 GNotKG, Tabelle B, beim Nachlassgericht, Stand September 2026
    NachlassErbscheinmit Versicherung
    10.000 €75,00 €150,00 €
    25.000 €115,00 €230,00 €
    50.000 €165,00 €330,00 €
    100.000 €273,00 €546,00 €
    250.000 €535,00 €1.070,00 €
    500.000 €935,00 €1.870,00 €
    1.000.000 €1.735,00 €3.470,00 €

    Gericht oder Notar

    Den Antrag stellst du beim Nachlassgericht am letzten Wohnort des Verstorbenen oder bei einem Notar, der ihn weiterleitet. Die Gebühr für die eidesstattliche Versicherung ist an beiden Stellen gleich. Der Notar nimmt zusätzlich eine Pauschale von 20 Prozent, höchstens 20 Euro, und 19 Prozent Umsatzsteuer. Dafür bekommst du oft schneller einen Termin und Hilfe beim Formular.

    Wann du keinen Erbschein brauchst

    Hat der Verstorbene ein notarielles Testament oder einen Erbvertrag hinterlassen, reicht meist die Kopie mit dem Eröffnungsprotokoll des Gerichts. Banken dürfen dann in der Regel keinen Erbschein verlangen. Auch das Grundbuchamt akzeptiert das notarielle Testament.

    Gehört eine Immobilie zum Erbe, lohnt ein Blick auf die Frist. Stellen die Erben den Antrag auf Eintragung ins Grundbuch innerhalb von zwei Jahren nach dem Erbfall, ist die Eintragung gebührenfrei. Später kostet sie eine volle Gebühr nach dem Wert des Grundstücks.

    Häufige Fragen

    Wie viel kostet ein Erbschein bei 50.000 Euro Nachlass?

    Bei einem Nachlasswert von 50.000 Euro nach Abzug der Schulden des Erblassers kostet der Erbschein 165 Euro, die eidesstattliche Versicherung beim Nachlassgericht noch einmal so viel. Zusammen sind das 330 Euro nach Tabelle B des Gerichts- und Notarkostengesetzes.

    Wer bezahlt den Erbschein?

    Die Kosten zahlt, wer den Erbschein beantragt, meist also ein Erbe. Weil der Erbschein allen Erben dient, lässt er sich als Nachlassverbindlichkeit aus dem Erbe begleichen. Das Nachlassgericht verlangt die Gebühr oft als Vorschuss.

    Braucht man immer einen Erbschein?

    Nein, ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll ersetzt den Erbschein bei Grundbuchamt und Banken meist. Viele Banken zahlen kleinere Guthaben auch gegen ein eröffnetes privates Testament aus, einen Erbschein dürfen sie nicht in jedem Fall verlangen.

    Ist die eidesstattliche Versicherung beim Notar teurer?

    Die Gebühr ist beim Notar und beim Nachlassgericht gleich, eine volle Gebühr nach Tabelle B. Der Notar berechnet aber zusätzlich eine Auslagenpauschale von höchstens 20 Euro und Umsatzsteuer.