Die Latte liegt bei 1.230 Euro
Werbungskosten sind alles, was du ausgibst, um deinen Lohn zu verdienen. Das Finanzamt zieht dafür ohne Nachweis 1.230 Euro im Jahr ab. Erst was darüber liegt, senkt deine Steuer. Den größten Brocken macht bei den meisten der Arbeitsweg aus, danach kommen Homeoffice und Arbeitsmittel.
Liegst du drüber, bringt jeder weitere Euro deinen Grenzsteuersatz. Bei 3.500 Euro brutto im Monat sind das etwa 29 Euro je 100 Euro Werbungskosten, bei 6.000 Euro brutto etwa 37 Euro.
Was zählt
- Arbeitsweg: 38 Cent je Kilometer einfacher Strecke
- Homeoffice: 6 Euro je Tag, höchstens 1.260 Euro
- Arbeitsmittel: Laptop, Monitor, Schreibtisch, Fachliteratur, Werkzeug, typische Berufskleidung wie Kittel oder Sicherheitsschuhe
- Fortbildung und Studium nach einer ersten Ausbildung, samt Fahrten, Büchern und Prüfungsgebühren
- Beiträge an Gewerkschaft und Berufsverband
- Bewerbungen, beruflicher Umzug, Reisekosten, doppelte Haushaltsführung
- Telefon und Internet: 20 Prozent der Rechnung, höchstens 20 Euro im Monat
Normale Kleidung zählt nicht, auch wenn du sie nur im Büro trägst. Und was der Arbeitgeber erstattet, kannst du nicht noch einmal absetzen.
Teure Arbeitsmittel
Bis 800 Euro ohne Mehrwertsteuer, also 952 Euro im Laden, setzt du einen Gegenstand im Jahr des Kaufs voll ab. Teureres verteilst du über die Jahre, die es hält, ein Schreibtisch etwa über 13 Jahre. Für Computer, Laptops, Tablets und Software gilt seit 2021 eine Nutzungsdauer von einem Jahr, sie zählen also sofort ganz.
Nutzt du etwas auch privat, zählt nur der berufliche Anteil. Beim Laptop, der zu Hause steht und auch für Netflix läuft, akzeptieren viele Finanzämter die Hälfte.