Der Stundensatz macht den Preis
Eine Inspektion ist zum großen Teil Arbeitszeit. Die Hersteller geben für jeden Service Richtzeiten vor, und die Werkstatt rechnet sie mit ihrem Stundensatz ab. Markenbetriebe liegen laut Auswertungen des DAT-Reports 2026 meist bei 130 bis 180 Euro pro Stunde, freie Werkstätten bei 70 bis 110 Euro. In Großstädten wie München oder Hamburg kommen 15 bis 25 Prozent dazu.
Wie stark die Preise gestiegen sind, zeigt der DAT-Report 2026 auch: Wer 2025 sein Auto warten ließ, zahlte im Schnitt 542 €. Im Jahr 2020 waren es 426 Euro.
| Bereich | Stundensatz |
|---|---|
| Mechanik, Elektrik, Karosserie bundesweit (2022) | 173,00 € |
| Lackierung bundesweit (2022) | 188,00 € |
| München, Mittel | 174,52 € |
| Leipzig, Mittel | 126,00 € |
Die Zahlen des Versicherungsverbands stammen aus Unfallreparaturen, die meist in Markenbetrieben laufen. Für die Wartung in einer freien Werkstatt zahlst du deutlich weniger.
Kleine oder große Inspektion
Bei der kleinen Inspektion wechselt die Werkstatt Motoröl und Ölfilter und prüft Bremsen, Licht, Reifen und Flüssigkeitsstände. Die große kommt seltener, je nach Hersteller nach einer Zahl von Jahren oder Kilometern. Dann sind auch Luftfilter, Innenraumfilter, oft Zündkerzen und die Bremsflüssigkeit dran.
Welche fällig ist, steht im Serviceheft oder in der App des Herstellers. Viele Autos rechnen das Intervall selbst aus, nach Fahrweise und Ölzustand. Der ADAC nennt für die reine Inspektion 100 bis 600 €, dazu kommen Öl und Flüssigkeiten.
Garantie auch mit freier Werkstatt
Viele fahren nur aus Sorge um die Garantie zum Autohaus. Das musst du nicht. Nach einer EU-weiten Regelung muss der Hersteller Inspektionen in einer freien Werkstatt akzeptieren, wenn dort nach seinen Vorgaben gearbeitet wird. Lass dir genau das auf der Rechnung oder im Serviceheft vermerken. Frag vor dem Wechsel trotzdem nach, wie dein Hersteller später mit Kulanz umgeht.
Beim E-Auto wird es günstiger
Ohne Motoröl, Zündkerzen und Auspuff gibt es weniger zu tun. Der ADAC hat Anfang 2026 Kostenvoranschläge von Markenwerkstätten in Hamburg, Köln und München verglichen: E-Autos kamen im Schnitt etwa 33 Prozent günstiger weg. Nur bei Dacia war der Verbrenner billiger. Ärgerlich: Fast die Hälfte der Werkstätten verlangte für Elektroautos einen um rund 17 Prozent höheren Stundensatz.
Und der Standort zählt. Für die Inspektion eines BMW i4 wollte eine Werkstatt in Hamburg 527 Euro, eine im Umland 373 Euro.