Woraus sich der Ertrag ergibt
Eine Solaranlage nach Süden, schräg aufgestellt, liefert in Deutschland im Mittel rund 950 Kilowattstunden pro Kilowatt Modulleistung und Jahr. In guter Lage im Süden sind es bis zu 1.080 kWh, im Norden eher 900. Ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt Modulen kommt damit im besten Fall auf etwa 760 kWh.
Am Geländer hängen die Module senkrecht, und das kostet rund ein Viertel des Ertrags. Die Sonne steht im Sommer hoch und trifft steile Flächen schräg. Nach Osten oder Westen fehlt die Mittagssonne. Beides rechnet der Rechner mit Abschlägen ein, die als grobe Richtwerte gedacht sind.
Eigenverbrauch ist alles
Geld spart nur der Strom, den du in dem Moment selbst verbrauchst. Der Rest fließt ins Netz, meist ohne Vergütung. Wer tagsüber arbeitet, nutzt oft nur 30 bis 50 Prozent selbst. Wer im Homeoffice sitzt und Wasch- und Spülmaschine mittags laufen lässt, kommt auf 60 bis 70 Prozent.
Mehr als 800 Watt Modulleistung lohnen sich trotzdem oft. Der Wechselrichter kappt zwar die Mittagsspitze, dafür liefern die Module morgens, abends und bei Wolken mehr. Das passt genau zu den Zeiten, in denen zu Hause Strom gebraucht wird.
Regeln, Stand August 2026
- Wechselrichter höchstens 800 Watt, Module zusammen höchstens 2.000 Watt Peak
- Anmeldung nur im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur, innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme
- Schuko-Stecker nach der Norm DIN VDE V 0126-95 bis 960 Watt Peak Modulleistung, darüber Wieland-Steckdose
- Mieter dürfen ein Balkonkraftwerk anbringen, der Vermieter kann es nur aus wichtigem Grund ablehnen, bei der Art der Befestigung aber mitreden
Und eine große Anlage auf dem Dach?
Für Dachanlagen bis 10 kWp, die ab August 2026 in Betrieb gehen, zahlt der Netzbetreiber 7,7 Cent pro eingespeister Kilowattstunde bei Teileinspeisung, 20 Jahre lang. Für 2027 plant die Bundesregierung, die feste Vergütung für neue kleine Anlagen abzuschaffen. Wer über ein Dach nachdenkt, sollte das im Blick behalten.