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Wie viel darf gepfändet werden?

Der Brief vom Amtsgericht liegt zwischen Werbung und Stromrechnung: Pfändungs- und Überweisungsbeschluss. Ab dem nächsten Monat geht ein Teil deines Lohns direkt an den Gläubiger. Welcher Teil, regelt eine Tabelle.

Lohn, Rente oder Arbeitslosengeld nach Steuern und Beiträgen
€
Kinder, Ehepartner, die du tatsächlich unterhältst

Pfändbar im Monat

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Voreingestellte Werte: Stand Juli 2026. Werte und Quellen

    Der Freibetrag und was darüber liegt

    Die Zivilprozessordnung schützt einen Sockel, von dem du leben kannst. Seit dem 1. Juli 2026 sind 1.587,40 € netto im Monat unpfändbar. Zahlst du jemandem Unterhalt, kommen für die erste Person 597,42 € dazu und für die zweite bis fünfte je 332,83 €.

    Vom Einkommen über dem Freibetrag darf der Gläubiger nicht alles nehmen. Ohne Unterhaltspflicht bekommt er 70 Prozent, mit einer 50, mit zwei 40 Prozent und so weiter bis 10 Prozent bei fünf Personen. Gerechnet wird mit dem Netto, abgerundet auf volle zehn Euro. Liegt das Netto über 4.866,30 €, ist jeder Euro darüber voll pfändbar.

    Pfändbarer Betrag nach Unterhaltspflichten, ab 1. Juli 2026
    Netto im Monatkeine1 Person2 Personen3 Personen
    1.600 €8,82 €0,00 €0,00 €0,00 €
    1.800 €148,82 €0,00 €0,00 €0,00 €
    2.000 €288,82 €0,00 €0,00 €0,00 €
    2.500 €638,82 €157,59 €0,00 €0,00 €
    3.000 €988,82 €407,59 €192,94 €44,86 €
    4.000 €1.688,82 €907,59 €592,94 €344,86 €

    Was zum Einkommen zählt und was nicht

    Pfändbar sind Lohn, Rente, Arbeitslosengeld und Krankengeld, jeweils netto. Einiges bleibt ganz oder teilweise geschützt: die Hälfte der Überstundenvergütung, Urlaubsgeld im üblichen Rahmen, Weihnachtsgeld bis zur Hälfte des Monatslohns, höchstens 793,70 €, dazu Aufwandsentschädigungen und Gefahrenzulagen im üblichen Umfang. Kindergeld darf nur für Unterhaltsschulden des Kindes gepfändet werden.

    Für Unterhaltsschulden gilt die Tabelle nicht. Pfändet das Kind oder der frühere Ehepartner wegen Unterhalt, legt das Gericht einen niedrigeren Selbstbehalt fest, der sich an der Grundsicherung orientiert.

    Pfändung vom Konto: das P-Konto

    Wird dein Konto gepfändet, schützt nur ein Pfändungsschutzkonto das Guthaben. Jede Bank muss ein Girokonto auf Antrag innerhalb von vier Geschäftstagen umwandeln. Geschützt sind dann 1.587,40 € im Kalendermonat, mit Bescheinigung von Arbeitgeber, Familienkasse, Jobcenter oder Schuldnerberatung auch mehr, etwa für Kinder und Kindergeld.

    Häufige Fragen

    Wie viel darf vom Lohn gepfändet werden?

    Seit dem 1. Juli 2026 sind 1.587,40 Euro netto im Monat unpfändbar, wenn du niemandem Unterhalt zahlst. Vom Betrag darüber dürfen Gläubiger 70 Prozent pfänden. Mit Unterhaltspflichten steigt der Freibetrag, und der pfändbare Anteil sinkt.

    Wie viel bleibt bei einer Pfändung mit einem Kind?

    Wer einem Kind oder Ehepartner Unterhalt zahlt, behält seit Juli 2026 mindestens 2.184,82 Euro im Monat. Vom Einkommen darüber sind 50 Prozent pfändbar. Bei 2.500 Euro netto werden damit 157,59 Euro gepfändet.

    Wie viel Geld ist auf dem P-Konto geschützt?

    Auf dem Pfändungsschutzkonto sind seit Juli 2026 1.587,40 Euro im Kalendermonat geschützt. Mit einer Bescheinigung über Unterhaltspflichten, Kindergeld oder Sozialleistungen erhöht die Bank den Freibetrag. Nicht verbrauchtes Guthaben lässt sich in die nächsten drei Monate mitnehmen.

    Wann ändert sich die Pfändungstabelle?

    Die Pfändungsfreigrenzen werden jedes Jahr zum 1. Juli an den Grundfreibetrag der Einkommensteuer angepasst. Die aktuelle Tabelle gilt vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2027.