Warum schon vor der Schwangerschaft
In den ersten Wochen schließt sich beim Embryo das Neuralrohr, aus dem Gehirn und Rückenmark werden. Fehlt Folat, kann es offen bleiben, die Folge ist etwa ein offener Rücken. Das passiert, bevor die meisten Frauen einen Test gemacht haben. Deshalb empfiehlt die DGE 400 Mikrogramm Folsäure am Tag, mindestens 4 Wochen vor der Schwangerschaft und bis zum Ende des ersten Drittels.
Die Tablette ergänzt das Essen, sie ersetzt es nicht. Folat aus Lebensmitteln ist in der ganzen Schwangerschaft gefragt: 550 Mikrogramm am Tag statt 300 wie sonst, in der Stillzeit 450.
| Wer | Folat am Tag | dazu als Tablette |
|---|---|---|
| Erwachsene | 300 µg | nein |
| Kinderwunsch | 300 µg | 400 µg Folsäure |
| Schwangere, 1. Drittel | 550 µg | 400 µg Folsäure |
| Schwangere, ab 13. Woche | 550 µg | in der Regel nicht nötig |
| Stillende | 450 µg | nein |
Folat auf dem Teller
Viel Folat steckt in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn und Eiern. Eine Portion Grünkohl bringt nach dem Bundeslebensmittelschlüssel rund 281 Mikrogramm, eine Portion Spinat roh rund 228, eine Portion Kichererbsen rund 127. Folat ist empfindlich gegen Hitze und langes Liegen, kurz gegartes Gemüse behält mehr.
Kombipräparate für Schwangere enthalten oft Folsäure, Jod und weitere Stoffe. Schau auf die Mengen: 400 Mikrogramm Folsäure reichen, und Jod ist in der Schwangerschaft ebenfalls gefragt.