Anderthalb Liter, nicht drei
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rechnet für Erwachsene mit insgesamt 35 Millilitern Wasser pro Kilo Körpergewicht, ab 51 Jahren mit 30. Bei 70 Kilo sind das knapp 2,5 Liter. Gut die Hälfte davon trinkst du, den Rest liefert das Essen. Ein Apfel besteht zu 85 Prozent aus Wasser, eine Gurke zu 97, und beim Verbrennen von Nahrung entsteht im Körper noch einmal ein Glas voll.
So kommt die bekannte Empfehlung von rund 1,5 Litern Getränken zustande. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit nennt für die gesamte Wasseraufnahme 2 Liter für Frauen und 2,5 Liter für Männer, bei gemäßigtem Klima und normaler Bewegung.
Wann du mehr brauchst
- Sport: ab einer Stunde Belastung 0,4 bis 0,8 Liter pro Stunde, der Rechner nimmt 0,6 Liter
- Hitze: mindestens einen halben Liter mehr, bei Arbeit in der Sonne deutlich mehr
- Fieber, Durchfall oder Erbrechen: der Körper verliert viel Wasser und Salz
- Viel Eiweiß oder Salz im Essen, und trockene Heizungsluft im Winter
Ältere Menschen spüren Durst oft schwächer. Bei ihnen hilft ein fester Plan, etwa ein Glas zu jeder Mahlzeit und eins dazwischen. Wie gut du trinkst, zeigt auch der Urin: hellgelb ist gut, dunkelgelb heißt, dass Wasser fehlt.
Kann man zu viel trinken?
Gesunde Nieren scheiden bis zu etwa einem Liter pro Stunde aus. Wer weit darüber trinkt, etwa bei Trinkwetten oder Marathonläufen ohne Salz, riskiert, dass das Natrium im Blut zu stark verdünnt wird. Im Alltag kommt das so gut wie nicht vor. Wer eine Herz- oder Nierenerkrankung hat, sollte die Trinkmenge ärztlich festlegen lassen.