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Wie viel kostet ein Pflegeheim im Monat?

Das Zimmer ist hell, mit Blick auf eine Kastanie, und die Pflegedienstleitung wirkt freundlich. Dann schiebt sie den Heimvertrag über den Tisch. Unter „Eigenanteil“ steht eine Zahl, die höher ist als Mamas Rente.

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Eigenanteil im Monat

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    Woraus der Eigenanteil besteht

    Die Pflegekasse zahlt im Heim einen festen Betrag für die Pflege, je nach Pflegegrad. Alles andere tragen die Bewohner selbst, und das sind drei Posten. Der erste ist der Eigenanteil an der Pflege, der in einem Heim für alle Pflegegrade von 2 bis 5 gleich ist. Dazu kommen Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten, mit denen das Heim Gebäude und Ausstattung bezahlt.

    Auf den Pflegeanteil zahlt die Kasse einen Zuschlag, der mit jedem Jahr im Heim wächst: 15 Prozent im ersten Jahr, 30 im zweiten, 50 im dritten und danach 75 Prozent. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleiben voll beim Bewohner.

    Eigenanteil im Pflegeheim im Monat, Stand Juli 2026
    LandPflegeanteil vor ZuschlagUnterkunft, Essen, Investition1. Jahrab 4. Jahr
    Bundesdurchschnitt2.088 €1.589 €3.364 €2.111 €
    Baden-Württemberg2.401 €1.616 €3.657 €2.216 €
    Bayern2.185 €1.413 €3.270 €1.959 €
    Berlin2.410 €1.339 €3.388 €1.942 €
    Brandenburg2.172 €1.304 €3.150 €1.847 €
    Bremen2.296 €1.809 €3.761 €2.383 €
    Hamburg2.159 €1.646 €3.481 €2.186 €
    Hessen2.233 €1.533 €3.431 €2.091 €
    Mecklenburg-Vorpommern2.070 €1.272 €3.032 €1.790 €
    Niedersachsen1.862 €1.425 €3.008 €1.891 €
    Nordrhein-Westfalen1.983 €1.985 €3.671 €2.481 €
    Rheinland-Pfalz1.766 €1.788 €3.289 €2.230 €
    Saarland2.176 €1.845 €3.695 €2.389 €
    Sachsen2.136 €1.336 €3.152 €1.870 €
    Sachsen-Anhalt1.993 €1.197 €2.891 €1.695 €
    Schleswig-Holstein1.782 €1.633 €3.148 €2.079 €
    Thüringen2.045 €1.425 €3.163 €1.936 €

    Die Werte sind Landesdurchschnitte des Verbands der Ersatzkassen. Einzelne Häuser liegen deutlich darüber oder darunter, die genauen Beträge nennt erst der Heimvertrag mit seinem Kostenblatt. Und sie steigen, vor allem wegen höherer Löhne in der Pflege.

    Wenn das Geld nicht reicht

    Die durchschnittliche Altersrente liegt deutlich unter dem Eigenanteil. Also geht es erst ans Ersparte. Ist das bis auf ein Schonvermögen aufgebraucht, übernimmt das Sozialamt den Rest als Hilfe zur Pflege. Dem Bewohner bleibt ein Barbetrag für persönliche Ausgaben.

    Das Sozialamt kann sich Geld von den Kindern zurückholen, aber erst, wenn ein Kind mehr als 100.000 Euro brutto im Jahr verdient. Ehepartner sind dagegen direkt zum Unterhalt verpflichtet. Auch Schenkungen der letzten zehn Jahre kann das Amt zurückfordern. Die Kosten fürs Heim lassen sich außerdem von der Steuer absetzen, als außergewöhnliche Belastung.

    Häufige Fragen

    Wie viel kostet ein Pflegeheim im Monat selbst?

    Im ersten Jahr zahlten Bewohner nach Zahlen des Verbands der Ersatzkassen zum 1. Juli 2026 im Bundesdurchschnitt 3.364 Euro im Monat selbst. Das ist der Betrag nach den Leistungen der Pflegekasse. Ab dem vierten Jahr sinkt er auf 2.111 Euro.

    In welchem Bundesland ist das Pflegeheim am teuersten?

    Am teuersten war ein Pflegeheimplatz im ersten Jahr zum 1. Juli 2026 in Bremen mit 3.761 Euro Eigenanteil im Monat, am günstigsten in Sachsen-Anhalt mit 2.891 Euro. Das zeigen Durchschnittswerte des Verbands der Ersatzkassen.

    Wer zahlt das Pflegeheim, wenn die Rente nicht reicht?

    Reichen Rente und Vermögen nicht, zahlt das Sozialamt Hilfe zur Pflege. Dem Heimbewohner bleiben ein Barbetrag und ein Schonvermögen. Kinder müssen erst beitragen, wenn ihr eigenes Jahreseinkommen über 100.000 Euro brutto liegt.

    Hängt der Eigenanteil vom Pflegegrad ab?

    Nein, der pflegebedingte Eigenanteil ist in einem Heim für die Pflegegrade 2 bis 5 gleich hoch. Mit höherem Pflegegrad zahlt die Pflegekasse mehr, die Bewohnerin aber nicht. Er sinkt nur mit der Dauer des Aufenthalts, weil die Kasse dann einen höheren Zuschlag übernimmt.