Was die Heizlast ist
Die Heizlast ist die Leistung, die dein Haus am kältesten Tag des Jahres braucht, damit drinnen 20 Grad bleiben. Das ist kein Jahresverbrauch, sondern eine Momentaufnahme in Kilowatt. Wie kalt dieser Tag ist, legt die Norm je Ort fest, in weiten Teilen Deutschlands zwischen minus 10 und minus 16 Grad. Alte Gaskessel sind oft deutlich größer, als das Haus je braucht. Bei Gas fiel das kaum auf, bei einer Wärmepumpe kostet Überdimensionierung Geld und Effizienz.
| Gebäude | Heizlast je m² | bei 140 m² |
|---|---|---|
| unsanierter Altbau, vor 1977 | 100 bis 160 W | 18,2 kW |
| Altbau, teilweise saniert | 60 bis 100 W | 11,2 kW |
| Baujahr 1995 bis 2015 (WSchV, EnEV) | 50 bis 60 W | 7,7 kW |
| Neubau nach GEG, ab 2016 | 30 bis 50 W | 5,6 kW |
| Effizienzhaus 40 oder Passivhaus | 15 bis 30 W | 2,8 kW |
Die Spannen sind breit, weil Baujahr allein wenig sagt. Neue Fenster, ein gedämmtes Dach oder eine gedämmte Kellerdecke senken die Heizlast eines Altbaus deutlich, ein freistehendes Haus mit viel Außenwand braucht mehr als ein Reihenmittelhaus.
Aus dem Verbrauch ist es genauer
Kennst du deinen Gas- oder Ölverbrauch, nimm ihn. Darin steckt alles, was dein Haus wirklich verliert, auch dein Lüften. Die Wärme im Jahr geteilt durch die Vollbenutzungsstunden ergibt die Heizlast. Das sind die Stunden, die die Heizung auf voller Leistung laufen müsste, um die Wärme eines ganzen Jahres zu liefern. Im Norden rechnet man mit etwa 2.200, im Süden mit 1.800, weil die Norm dort kältere Tage ansetzt. Warmwasser steckt meist mit drin. Der Wert fällt dann etwas zu hoch aus.
Reichen die Heizkörper für die Wärmepumpe?
Auf jedem Heizkörper steht eine Normleistung, gemessen bei 75 Grad Vorlauf, 65 Grad Rücklauf und 20 Grad Raumtemperatur. Eine Wärmepumpe arbeitet am besten mit 35 bis 55 Grad. Bei 55/45 Grad liefert derselbe Heizkörper nur gut 40 Prozent seiner Normleistung, bei 45/35 Grad noch knapp 30 Prozent. Im Raummodus rechnet der Rechner aus, welche Normleistung der Heizkörper haben müsste. Ist sie deutlich größer als die vorhandene, tauschst du einzelne Heizkörper gegen größere, oft reichen zwei oder drei Räume.
Wie viel Strom die Wärmepumpe dann im Jahr braucht, rechnet der Wärmepumpenrechner aus.
Wann ein Fachbetrieb rechnen muss
Faustwerte helfen beim ersten Gespräch mit dem Installateur, mehr nicht. Die verbindliche Heizlast berechnet ein Fachbetrieb oder Energieberater nach DIN EN 12831, Raum für Raum, mit Wandaufbau, Fenstern und Lüftung. Für die Förderung einer Wärmepumpe verlangt die KfW einen hydraulischen Abgleich, und der setzt diese Berechnung voraus. Prüf die Bedingungen vor dem Antrag.