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Wie viel kW Heizleistung braucht mein Haus?

Der Heizungsbauer schaut auf die alte Gastherme, 24 Kilowatt steht auf dem Typenschild. Für die Wärmepumpe schlägt er 9 vor. Du fragst dich, ob das im Januar reicht.

m²
m²
Gas in kWh, Öl in Litern, steht auf der Abrechnung
etwa 1.800 im Süden bis 2.200 im Norden
h

Heizlast

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Was die Heizlast ist

    Die Heizlast ist die Leistung, die dein Haus am kältesten Tag des Jahres braucht, damit drinnen 20 Grad bleiben. Das ist kein Jahresverbrauch, sondern eine Momentaufnahme in Kilowatt. Wie kalt dieser Tag ist, legt die Norm je Ort fest, in weiten Teilen Deutschlands zwischen minus 10 und minus 16 Grad. Alte Gaskessel sind oft deutlich größer, als das Haus je braucht. Bei Gas fiel das kaum auf, bei einer Wärmepumpe kostet Überdimensionierung Geld und Effizienz.

    Faustwerte, Rechner nimmt die Mitte
    GebäudeHeizlast je m²bei 140 m²
    unsanierter Altbau, vor 1977100 bis 160 W18,2 kW
    Altbau, teilweise saniert60 bis 100 W11,2 kW
    Baujahr 1995 bis 2015 (WSchV, EnEV)50 bis 60 W7,7 kW
    Neubau nach GEG, ab 201630 bis 50 W5,6 kW
    Effizienzhaus 40 oder Passivhaus15 bis 30 W2,8 kW

    Die Spannen sind breit, weil Baujahr allein wenig sagt. Neue Fenster, ein gedämmtes Dach oder eine gedämmte Kellerdecke senken die Heizlast eines Altbaus deutlich, ein freistehendes Haus mit viel Außenwand braucht mehr als ein Reihenmittelhaus.

    Aus dem Verbrauch ist es genauer

    Kennst du deinen Gas- oder Ölverbrauch, nimm ihn. Darin steckt alles, was dein Haus wirklich verliert, auch dein Lüften. Die Wärme im Jahr geteilt durch die Vollbenutzungsstunden ergibt die Heizlast. Das sind die Stunden, die die Heizung auf voller Leistung laufen müsste, um die Wärme eines ganzen Jahres zu liefern. Im Norden rechnet man mit etwa 2.200, im Süden mit 1.800, weil die Norm dort kältere Tage ansetzt. Warmwasser steckt meist mit drin. Der Wert fällt dann etwas zu hoch aus.

    Reichen die Heizkörper für die Wärmepumpe?

    Auf jedem Heizkörper steht eine Normleistung, gemessen bei 75 Grad Vorlauf, 65 Grad Rücklauf und 20 Grad Raumtemperatur. Eine Wärmepumpe arbeitet am besten mit 35 bis 55 Grad. Bei 55/45 Grad liefert derselbe Heizkörper nur gut 40 Prozent seiner Normleistung, bei 45/35 Grad noch knapp 30 Prozent. Im Raummodus rechnet der Rechner aus, welche Normleistung der Heizkörper haben müsste. Ist sie deutlich größer als die vorhandene, tauschst du einzelne Heizkörper gegen größere, oft reichen zwei oder drei Räume.

    Wie viel Strom die Wärmepumpe dann im Jahr braucht, rechnet der Wärmepumpenrechner aus.

    Wann ein Fachbetrieb rechnen muss

    Faustwerte helfen beim ersten Gespräch mit dem Installateur, mehr nicht. Die verbindliche Heizlast berechnet ein Fachbetrieb oder Energieberater nach DIN EN 12831, Raum für Raum, mit Wandaufbau, Fenstern und Lüftung. Für die Förderung einer Wärmepumpe verlangt die KfW einen hydraulischen Abgleich, und der setzt diese Berechnung voraus. Prüf die Bedingungen vor dem Antrag.

    Häufige Fragen

    Wie viel kW Heizleistung braucht ein Einfamilienhaus?

    Als Faustwert braucht ein unsanierter Altbau 100 bis 160 Watt je Quadratmeter, ein Neubau nach GEG 30 bis 50 Watt. Für 140 Quadratmeter sind das im Altbau rund 18 Kilowatt, im Neubau rund 5,6 Kilowatt.

    Wie berechnet man die Heizlast aus dem Gasverbrauch?

    Den Jahresverbrauch in Kilowattstunden mal den Nutzungsgrad der alten Heizung, etwa 0,9, ergibt die Wärme. Geteilt durch rund 2.000 Vollbenutzungsstunden ergibt die Heizlast. 20.000 Kilowattstunden Gas führen so zu etwa 9 Kilowatt.

    Wie viel Watt Heizkörper braucht ein Raum?

    Ein Raum braucht so viel Leistung, wie seine Heizlast beträgt, im Altbau grob 100 bis 160 Watt je Quadratmeter. Die Angabe auf dem Heizkörper gilt aber für 75 Grad Vorlauf. Läuft die Heizung mit 55 Grad, liefert derselbe Heizkörper nur rund 40 Prozent davon.

    Muss die Heizlast nach DIN EN 12831 berechnet werden?

    Für eine geförderte Wärmepumpe verlangt die KfW einen hydraulischen Abgleich, und der setzt eine raumweise Heizlastberechnung voraus. Auch sonst ist die Berechnung durch einen Fachbetrieb oder Energieberater der sichere Weg, damit die neue Heizung weder zu groß noch zu klein wird.