Die Wand zählt, nicht der Raum
Warme Luft kann mehr Wasser tragen als kalte. Trifft Raumluft auf eine kühle Außenwand, kühlt sie dort ab, und ihre relative Feuchte steigt. Schimmel wächst, wenn die Feuchte an der Oberfläche dauerhaft rund 80 Prozent erreicht, auch wenn das Hygrometer im Raum harmlose 60 Prozent zeigt. Nasse Scheiben oder Tropfen gibt es erst, wenn die Fläche unter den Taupunkt fällt.
Deshalb fragt der Rechner nach der Temperatur an der kältesten Stelle. Außenecken, Fensterlaibungen und Wände hinter Schränken sind im Winter oft einige Grad kälter als der Raum, in schlecht gedämmten Altbauten besonders.
Was das Umweltbundesamt empfiehlt
Im Wohnraum gelten 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte als gut. Steigt der Wert über Tage und Wochen darüber, kann Schimmel schon nach wenigen Tagen wachsen. Liegt die Feuchte direkt an der Wand über 80 Prozent, rät das Amt, mehrmals täglich stoßzulüften.
Ein Haushalt mit drei Personen gibt am Tag etliche Liter Wasser an die Luft ab, durch Atmen, Kochen, Duschen und Wäsche. Das muss hinaus, und das schafft nur Lüften oder eine Lüftungsanlage.
Richtig lüften
- Drei- bis viermal am Tag die Fenster ganz öffnen, im Winter fünf bis zehn Minuten, am besten quer durch die Wohnung.
- Nach Duschen und Kochen sofort lüften, die Tür zu den anderen Räumen bleibt dabei zu.
- Kipplüften im Winter vermeiden, es kühlt die Laibung aus und tauscht kaum Luft.
- Möbel mit ein paar Zentimetern Abstand vor Außenwände stellen.
- Kühle Räume nicht über offene Türen aus warmen Räumen heizen, die warme, feuchte Luft kondensiert dort.