Das Plus trifft deinen höchsten Steuersatz
Auf dein ganzes Gehalt zahlst du einen durchschnittlichen Steuersatz. Jeder zusätzliche Euro landet aber oben drauf und wird mit dem Grenzsteuersatz belastet. Der ist deutlich höher. Dazu kommen Beiträge zu Rente, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.
Bei 3.500 Euro brutto bleiben von 100 Euro mehr nur rund 55 Euro übrig. Über der Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung, 5.813 Euro im Monat, fallen die Kassenbeiträge auf das Plus weg, und plötzlich bleibt mehr. Über der Grenze der Rentenversicherung, 8.450 Euro, noch einmal.
| Monatsbrutto vorher | von 100 € mehr bleiben | Anteil |
|---|---|---|
| 2.500 € | 57,67 € | 58 % |
| 3.500 € | 55,00 € | 55 % |
| 4.500 € | 52,33 € | 52 % |
| 5.500 € | 49,67 € | 50 % |
| 7.000 € | 51,98 € | 52 % |
| 9.000 € | 53,00 € | 53 % |
Erhöhung und Inflation
Eine Erhöhung ist erst dann echt, wenn sie die Preise schlägt. Zuletzt lag die Inflation bei 2,9 Prozent. Wer weniger mehr bekommt, kann sich trotz Plus weniger leisten.
Die kalte Progression kommt dazu: Steigt das Gehalt nur mit den Preisen, rutscht man trotzdem in einen höheren Steuersatz. Der Gesetzgeber gleicht das aus, indem er Grundfreibetrag und Tarifgrenzen jedes Jahr anhebt, 2026 auf 12.348 Euro Grundfreibetrag.
Mehr netto ohne mehr brutto
Statt Gehalt kann der Arbeitgeber manches steuer- oder abgabenfrei geben: einen Gutschein bis 50 Euro im Monat, ein Jobticket, Zuschüsse zur Kinderbetreuung im Kindergarten oder ein Dienstfahrrad. Bei Gehaltsverhandlungen lohnt sich die Frage danach, weil von jedem dieser Euro mehr ankommt.