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Wie viel Urlaub darf man ins nächste Jahr mitnehmen?

Mitte Dezember, im Urlaubsplaner stehen noch neun offene Tage. Das Projekt muss bis Silvester fertig werden, frei nehmen ist nicht drin. Deine Kollegin sagt, der Urlaub sei am 31. weg. Stimmt das?

Tage
Hat der Arbeitgeber dich schriftlich auf den Verfall hingewiesen?

Resturlaub, den du mitnimmst

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Im Gesetz: Kalenderjahr, dann 31. März

    § 7 des Bundesurlaubsgesetzes sagt, der Urlaub muss im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Ins nächste Jahr darf er nur, wenn dringende betriebliche Gründe oder Gründe in deiner Person das rechtfertigen, etwa ein Projekt, das dich nicht weglässt, oder eine Krankheit im Dezember. Dann hast du bis zum 31. März Zeit.

    Viele Arbeitsverträge und Tarifverträge sind großzügiger. Sie erlauben die Übertragung ohne Grund oder verlängern die Frist bis Ende Juni. Das gilt dann meist für den Urlaub über dem gesetzlichen Minimum.

    Ohne Hinweis verfällt nichts

    Seit 2019 hat das Bundesarbeitsgericht die Lage gedreht. Urlaub verfällt nur, wenn der Arbeitgeber dich rechtzeitig aufgefordert hat, ihn zu nehmen, und dir klar gesagt hat, dass er sonst verfällt. Eine allgemeine Rundmail im Dezember reicht dafür meist nicht. Fehlt der Hinweis, wandert der Urlaub ins nächste Jahr, und ins übernächste.

    Auch die Verjährung nach drei Jahren beginnt erst, wenn der Hinweis gekommen ist. Alte Urlaubstage aus mehreren Jahren können sich so ansammeln. Beim Ausscheiden muss der Arbeitgeber sie auszahlen.

    Verfall des gesetzlichen Mindesturlaubs
    SituationResturlaub
    kein Hinweis des Arbeitgebersbleibt erhalten, ohne Frist
    Hinweis, Urlaub einfach nicht genommenverfällt am 31. Dezember
    Hinweis, betrieblicher oder persönlicher Grundbis 31. März des Folgejahres
    Hinweis, lange krankbis 31. März des übernächsten Jahres

    Wer krank war, hat länger Zeit

    Konntest du wegen einer langen Krankheit keinen Urlaub nehmen, verfällt der gesetzliche Teil erst 15 Monate nach dem Ende des Urlaubsjahres. Das hat der Europäische Gerichtshof so vorgegeben, das Bundesarbeitsgericht folgt ihm. Urlaub aus 2026 kannst du dann bis zum 31. März 2028 nehmen.

    Häufige Fragen

    Wie viel Urlaub darf man ins nächste Jahr mitnehmen?

    Nach dem Bundesurlaubsgesetz nur so viel, wie du aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen nicht nehmen konntest, und dann bis zum 31. März. Hat der Arbeitgeber dich aber nicht rechtzeitig auf den drohenden Verfall hingewiesen, bleibt der ganze Resturlaub ohne Frist erhalten.

    Verfällt Urlaub, wenn man lange krank war?

    Wer wegen Krankheit seinen Urlaub nicht nehmen konnte, behält den gesetzlichen Mindesturlaub 15 Monate über das Ende des Urlaubsjahres hinaus. Urlaub aus 2026 verfällt dann am 31. März 2028.

    Muss der Arbeitgeber auf den Resturlaub hinweisen?

    Ja. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts muss der Arbeitgeber dich rechtzeitig auffordern, den Urlaub zu nehmen, und klar sagen, dass er sonst verfällt. Ohne diesen Hinweis verfällt Urlaub nicht.