Warum Nachtspeicher so viel Leistung brauchen
Ein Nachtspeicher heizt Schamottesteine in wenigen Nachtstunden auf und gibt die Wärme über den Tag ab. Weil er die Wärme für 24 Stunden in etwa 8 Stunden laden muss, hat er rund die dreifache Leistung der Heizlast. Ein Raum, der am kältesten Tag 2 Kilowatt Wärme braucht, bekommt deshalb einen Speicher mit etwa 6 Kilowatt. Darf der Netzbetreiber tagsüber zwei Stunden nachladen, reicht weniger.
Die Heizlast schätzt der Rechner mit Faustwerten je Quadratmeter, wie der Heizlastrechner. Für einen Austausch einzelner Geräte schau auf das Typenschild der alten: Dort steht die Anschlussleistung, und die hat in den meisten Fällen jahrzehntelang gereicht.
Was der Strom kostet
Eine Nachtspeicherheizung wandelt jede Kilowattstunde Strom in eine Kilowattstunde Wärme um. Der Verbrauch entspricht also dem Wärmebedarf der Wohnung. Heizstrom kostet Neukunden laut Vergleichsportalen im September 2026 etwa 18 bis 25 Cent, der Rechner nimmt 23 Cent. Normaler Haushaltsstrom liegt im Schnitt bei 37 Cent.
| Fläche | Verbrauch im Jahr | Nachtspeicher | Wärmepumpe |
|---|---|---|---|
| 40 m² | 6.400 kWh | 1.472 € | 390 € |
| 70 m² | 11.200 kWh | 2.576 € | 682 € |
| 100 m² | 16.000 kWh | 3.680 € | 974 € |
Austauschen oder behalten?
Eine Pflicht zum Austausch gibt es nicht. Wer umsteigt, spart vor allem beim Verbrauch: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe holt aus einer Kilowattstunde Strom im Bestand im Mittel 3,4 Kilowattstunden Wärme. Dafür braucht die Wohnung Heizkörper und Rohre, die bei Nachtspeichern fehlen. Das macht den Umbau teuer. In kleinen Wohnungen sind Luft-Luft-Wärmepumpen, also Klimageräte mit Heizfunktion, oft die günstigere Lösung.
Vorsicht bei alten Geräten: Nachtspeicher, die vor 1984 gebaut wurden, können Asbest enthalten. Abbauen darf sie dann nur ein Fachbetrieb mit Sachkunde. Das Typenschild zeigt Hersteller und Baujahr, damit lässt sich die Frage oft vorab klären.