Was ein neues Windrad leistet
Die 423 Windräder, die im ersten Halbjahr 2026 an Land ans Netz gingen, haben im Schnitt 5,59 Megawatt, einen Rotor mit 154 Metern Durchmesser und eine Nabe in 151 Metern Höhe. Vor zehn Jahren lag die Leistung neuer Anlagen noch bei gut der Hälfte. Wie viel Strom so ein Windrad erzeugt, hängt aber weniger an den Megawatt als am Wind.
Die Leistung im Wind wächst mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit. Doppelt so viel Wind bedeutet achtmal so viel Leistung. Deshalb bauen Hersteller immer höhere Türme, in 150 Metern weht es gleichmäßiger und stärker als in 80.
Wie der Rechner schätzt
Der Rechner verteilt die mittlere Windgeschwindigkeit so über das Jahr, wie Wind in der Natur typisch schwankt: viele mittlere Stunden, wenige Sturmstunden, einige Flauten. Für jede Geschwindigkeit rechnet er die Leistung aus Rotorfläche und Wind, höchstens bis zur Nennleistung. Für Wartung, Abschaltungen und Verluste zieht er 12 Prozent ab. Unter 3 Metern pro Sekunde steht die Anlage still, über 25 schaltet sie zum Schutz ab.
Echte Leistungskurven und Abschaltzeiten, etwa für Fledermäuse, Schattenwurf oder Netzengpässe, kennt der Rechner nicht. Er liefert eine Größenordnung, kein Gutachten.
Was alle Windräder zusammen schaffen
Ende Juni 2026 standen in Deutschland rund 29.250 Windräder an Land mit zusammen 70 Gigawatt. Im ersten Halbjahr erzeugten sie 53,1 Milliarden Kilowattstunden. Das sind rund 760 Volllaststunden in sechs Monaten, also Stunden, in denen alle Anlagen rechnerisch mit voller Leistung liefen. Viele ältere, kleinere Anlagen ziehen den Schnitt herunter.
Und ein Windrad am eigenen Haus?
Kleinwindanlagen gibt es ab etwa 1 Kilowatt. Mitte 2026 waren in ganz Deutschland nur gut tausend davon registriert. Auf Dachhöhe in einer Siedlung weht selten mehr als 3 bis 4 Meter pro Sekunde im Mittel, und dann liefert ein kleiner Rotor kaum Strom. Rechne mit dem Rechner deine Anlage durch und vergleich mit dem Balkonkraftwerk. Für den Mast brauchst du je nach Bundesland und Höhe eine Baugenehmigung.