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Wie viel Strom erzeugt ein Windrad?

Auf der Autobahn durch die Börde drehen sie sich zu Dutzenden, langsam, fast gemächlich. Die Flügelspitzen sind dabei schneller als 250 Kilometer pro Stunde. Und jede Umdrehung liefert Strom für einen Haushalt über einen ganzen Tag.

Welches Windrad?
MW
kW
Kleinwindanlagen 2 bis 5 m
m
Binnenland in 150 m Höhe etwa 6 bis 7 m/s, Küste 7 bis 8, auf Dachhöhe im Ort oft nur 3 bis 4
m/s
U/min

Strom im Jahr

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Anlagendaten: Fachagentur Wind und Solar, Stand Juli 2026. Werte und Quellen

    Was ein neues Windrad leistet

    Die 423 Windräder, die im ersten Halbjahr 2026 an Land ans Netz gingen, haben im Schnitt 5,59 Megawatt, einen Rotor mit 154 Metern Durchmesser und eine Nabe in 151 Metern Höhe. Vor zehn Jahren lag die Leistung neuer Anlagen noch bei gut der Hälfte. Wie viel Strom so ein Windrad erzeugt, hängt aber weniger an den Megawatt als am Wind.

    Die Leistung im Wind wächst mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit. Doppelt so viel Wind bedeutet achtmal so viel Leistung. Deshalb bauen Hersteller immer höhere Türme, in 150 Metern weht es gleichmäßiger und stärker als in 80.

    Wie der Rechner schätzt

    Der Rechner verteilt die mittlere Windgeschwindigkeit so über das Jahr, wie Wind in der Natur typisch schwankt: viele mittlere Stunden, wenige Sturmstunden, einige Flauten. Für jede Geschwindigkeit rechnet er die Leistung aus Rotorfläche und Wind, höchstens bis zur Nennleistung. Für Wartung, Abschaltungen und Verluste zieht er 12 Prozent ab. Unter 3 Metern pro Sekunde steht die Anlage still, über 25 schaltet sie zum Schutz ab.

    Echte Leistungskurven und Abschaltzeiten, etwa für Fledermäuse, Schattenwurf oder Netzengpässe, kennt der Rechner nicht. Er liefert eine Größenordnung, kein Gutachten.

    Was alle Windräder zusammen schaffen

    Ende Juni 2026 standen in Deutschland rund 29.250 Windräder an Land mit zusammen 70 Gigawatt. Im ersten Halbjahr erzeugten sie 53,1 Milliarden Kilowattstunden. Das sind rund 760 Volllaststunden in sechs Monaten, also Stunden, in denen alle Anlagen rechnerisch mit voller Leistung liefen. Viele ältere, kleinere Anlagen ziehen den Schnitt herunter.

    Und ein Windrad am eigenen Haus?

    Kleinwindanlagen gibt es ab etwa 1 Kilowatt. Mitte 2026 waren in ganz Deutschland nur gut tausend davon registriert. Auf Dachhöhe in einer Siedlung weht selten mehr als 3 bis 4 Meter pro Sekunde im Mittel, und dann liefert ein kleiner Rotor kaum Strom. Rechne mit dem Rechner deine Anlage durch und vergleich mit dem Balkonkraftwerk. Für den Mast brauchst du je nach Bundesland und Höhe eine Baugenehmigung.

    Häufige Fragen

    Wie viel Strom erzeugt ein Windrad im Jahr?

    Ein neues Windrad an Land mit 5,6 Megawatt und 154 Metern Rotor erzeugt an einem guten Binnenlandstandort mit 6,5 Metern pro Sekunde Wind auf Nabenhöhe rund 15 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Das reicht für gut 4.000 Haushalte mit je 3.500 Kilowattstunden.

    Wie viel Strom erzeugt ein Windrad pro Umdrehung?

    Bei voller Leistung dreht sich der Rotor einer großen Anlage etwa zehnmal pro Minute. Ein Windrad mit 5,6 Megawatt erzeugt dann rund 9 Kilowattstunden je Umdrehung, etwa so viel, wie ein Zweipersonenhaushalt an einem Tag verbraucht.

    Wie viele Windräder gibt es in Deutschland?

    Ende Juni 2026 standen in Deutschland rund 29.250 Windräder an Land mit zusammen 70 Gigawatt Leistung. Im ersten Halbjahr 2026 erzeugten sie 53,1 Milliarden Kilowattstunden Strom.

    Lohnt sich ein kleines Windrad im Garten?

    Selten. Eine Kleinwindanlage mit 3 Kilowatt und 3 Metern Rotor erzeugt bei 4 Metern pro Sekunde mittlerem Wind nur einige Hundert bis gut tausend Kilowattstunden im Jahr. In Wohngebieten bremsen Häuser und Bäume den Wind zusätzlich, eine Solaranlage bringt dort meist ein Vielfaches.