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Wie viel darf ich als Kleinunternehmer umsetzen?

Der Onlineshop für handgenähte Taschen läuft besser als gedacht. Im Oktober zeigt die Tabelle schon 21.000 Euro Umsatz, und das Weihnachtsgeschäft kommt erst noch. Kippt jetzt die Befreiung von der Umsatzsteuer?

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Deine Kunden sind vor allem
für Material, Geräte, Software; bekämst du mit Regelbesteuerung zurück
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Spielraum dieses Jahr

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Voreingestellte Werte: Stand September 2026. Werte und Quellen

    Zwei Grenzen, zwei Zeitpunkte

    Seit 2025 gelten neue Grenzen. Kleinunternehmer ist, wessen Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt. Gemeint ist der Umsatz ohne Umsatzsteuer, nicht der Gewinn.

    Die wichtigere Grenze ist fast immer die untere: Wer dieses Jahr mehr als 25.000 Euro umsetzt, ist ab dem 1. Januar kein Kleinunternehmer mehr. Die 100.000 Euro wirken dagegen sofort: Wer sie im laufenden Jahr reißt, muss schon für die Rechnung, mit der er darüber kommt, Umsatzsteuer ausweisen.

    Im ersten Jahr einer Gründung gibt es kein Vorjahr. Dann gilt nur, dass der Umsatz im Gründungsjahr 25.000 Euro nicht übersteigen darf.

    Wann sich die Regelung lohnt

    Wer an Privatleute verkauft, hat meist den Vorteil. Der Kunde zahlt den gleichen Preis, und du behältst alles, statt 19/119 davon ans Finanzamt abzugeben. Dafür bekommst du die Umsatzsteuer auf deine Einkäufe nicht zurück.

    Bei Firmenkunden ist es umgekehrt. Firmen ziehen die Umsatzsteuer auf deiner Rechnung als Vorsteuer ab, für sie ist nur der Nettopreis wichtig. Als Kleinunternehmer verschenkst du dann die Vorsteuer auf deine eigenen Einkäufe. Du kannst auf die Regelung verzichten, bist dann aber fünf Jahre an die Regelbesteuerung gebunden.

    Was sich nicht ändert

    Auch Kleinunternehmer müssen eine Einkommensteuererklärung abgeben, eine Gewinnermittlung beifügen und bei Gewerbe ein Gewerbe anmelden. Auf die Rechnung gehört ein Hinweis auf die Steuerbefreiung nach § 19 UStG, eine Umsatzsteuer darf nicht darauf stehen. Wer sie trotzdem ausweist, schuldet sie dem Finanzamt.

    Häufige Fragen

    Wie viel darf ein Kleinunternehmer verdienen?

    Für die Kleinunternehmerregelung zählt der Umsatz, nicht der Gewinn. Er darf im Vorjahr 25.000 Euro nicht überschritten haben und im laufenden Jahr nicht über 100.000 Euro steigen. Wie viel davon Gewinn ist, spielt für die Umsatzsteuer keine Rolle.

    Was passiert, wenn man als Kleinunternehmer 25.000 Euro überschreitet?

    Liegt der Umsatz im laufenden Jahr über 25.000 Euro, aber unter 100.000 Euro, bleibst du bis zum Jahresende Kleinunternehmer. Ab dem 1. Januar des Folgejahres musst du Umsatzsteuer ausweisen und abführen.

    Was passiert, wenn man 100.000 Euro Umsatz überschreitet?

    Wer im laufenden Jahr mehr als 100.000 Euro umsetzt, verliert die Kleinunternehmerregelung sofort. Schon der Umsatz, mit dem die Grenze überschritten wird, unterliegt der Umsatzsteuer, und die Rechnung muss sie ausweisen.

    Zahlen Kleinunternehmer Einkommensteuer?

    Ja. Die Kleinunternehmerregelung befreit nur von der Umsatzsteuer. Der Gewinn zählt zum Einkommen und wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert, sobald das gesamte zu versteuernde Einkommen über dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro liegt. Gewerbetreibende zahlen Gewerbesteuer erst über einem Freibetrag von 24.500 Euro Gewinn.