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Wie viel darf man steuerfrei verschenken?

Die Tochter hat eine Wohnung gefunden. Es fehlt nur das Eigenkapital, und bei den Eltern liegen 150.000 Euro auf dem Festgeld, die sie ohnehin irgendwann bekommen soll. Vor der Überweisung kommt die Frage: Will das Finanzamt davon etwas haben?

Wer schenkt?
bei zwei Schenkern die Summe beider
€
von derselben Person, bei zwei Schenkern je Person
€
nur wichtig, wenn schon geschenkt wurde
Jahre

Noch steuerfrei

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Der Freibetrag gilt für zehn Jahre, nicht für ein Jahr

    Viele glauben, man dürfe jedes Jahr eine bestimmte Summe steuerfrei verschenken. So ist es nicht. Das Finanzamt rechnet alles zusammen, was dieselbe Person dir in zehn Jahren geschenkt hat, und zieht davon einmal den Freibetrag ab. Erst wenn eine Schenkung länger als zehn Jahre zurückliegt, fällt sie aus der Rechnung, und der Freibetrag ist dafür wieder frei.

    Die Frist läuft für jede Schenkung einzeln, taggenau. 50.000 Euro im März 2020 und 50.000 Euro im Mai 2024 zählen zusammen. Ab März 2030 zählt nur noch die zweite.

    Freibeträge der Schenkungsteuer in zehn Jahren (§ 16 ErbStG)
    Beschenkte PersonSteuerklasseFreibetrag je Schenkervon beiden Eltern
    Ehe- oder eingetragener LebenspartnerI500.000 €1.000.000 €
    Kind oder StiefkindI400.000 €800.000 €
    EnkelI200.000 €400.000 €
    Eltern oder GroßelternII20.000 €40.000 €
    Geschwister, Nichte, Neffe, SchwiegerkindII20.000 €40.000 €
    nicht verwandte Person, auch unverheiratete PartnerIII20.000 €40.000 €

    Zwei Schenker, doppelter Freibetrag

    Der Freibetrag hängt am Verhältnis zwischen Schenker und Beschenktem. Mutter und Vater sind zwei Schenker, jedes Kind hat also gegenüber beiden je 400.000 Euro frei. Das klappt nur, wenn das Geld auch beiden gehört, etwa von einem gemeinsamen Konto kommt.

    Überweist nur ein Elternteil Geld, das ihm allein gehört, zählt nur sein Freibetrag. Den Umweg über den Ehepartner, der dann weiterschenkt, sieht das Finanzamt als Kettenschenkung und rechnet sie dem ersten Schenker zu, wenn der Ehepartner nicht frei über das Geld entscheiden konnte.

    Enkel haben 200.000 Euro gegenüber jedem Großelternteil. Ist der Elternteil, über den sie abstammen, bereits verstorben, steigt der Freibetrag auf 400.000 Euro.

    Was ganz ohne Steuer geht

    Bei Immobilien lohnt sich oft eine Schenkung unter Nießbrauch. Die Eltern behalten das Recht, darin zu wohnen oder die Miete zu kassieren. Das senkt den Wert, der auf den Freibetrag angerechnet wird. Hier gehört ein Notar dazu, bei größeren Werten auch eine Steuerberatung.

    Wie hoch die Steuer über dem Freibetrag ist, hängt von Steuerklasse und Betrag ab. Die Sätze stehen bei der Erbschaftsteuer, sie gelten für Schenkungen genauso.

    Häufige Fragen

    Wie viel Geld darf man seinen Kindern steuerfrei schenken?

    Jedes Kind hat gegenüber jedem Elternteil einen Freibetrag von 400.000 Euro, der alle zehn Jahre neu beginnt. Schenken Mutter und Vater gemeinsam, bleiben so 800.000 Euro je Kind steuerfrei.

    Wie viel darf man unter Geschwistern verschenken?

    Geschwister haben bei der Schenkungsteuer einen Freibetrag von 20.000 Euro in zehn Jahren und gehören zur Steuerklasse II. Auf den Betrag darüber fallen mindestens 15 Prozent Schenkungsteuer an.

    Wie viel Geld darf man an Fremde oder den unverheirateten Partner verschenken?

    Für nicht verwandte Personen, auch für den Partner ohne Trauschein, gilt ein Freibetrag von 20.000 Euro in zehn Jahren. Darüber beginnt die Schenkungsteuer bei 30 Prozent. Ehepartner haben dagegen 500.000 Euro frei.

    Muss man eine Schenkung dem Finanzamt melden?

    Ja, jede Schenkung muss innerhalb von drei Monaten dem Erbschaftsteuerfinanzamt angezeigt werden, auch wenn sie im Freibetrag bleibt. Ausgenommen sind übliche Gelegenheitsgeschenke zu Geburtstag oder Weihnachten und notariell beurkundete Schenkungen, die der Notar meldet.