Zum Inhalt
wieviel.net

Wie viel Wohngeld bekomme ich?

Die Nebenkostenabrechnung liegt auf dem Küchentisch, daneben der Brief vom Vermieter mit der neuen Miete. Das Gehalt ist dasselbe geblieben. Wohngeld, denkst du, gibt es doch bloß für Leute ohne Job?

steht in der Mietstufenliste der Wohngeldverordnung
Kaltmiete plus Nebenkosten, ohne Heizung und Warmwasser
€
Lohn, Rente, Arbeitslosengeld; ohne Kindergeld
€
Alleinerziehend mit Kind unter 18?

Wohngeld im Monat

Rechenweg mit deinen Zahlen

    Voreingestellte Werte: Stand Januar 2026. Werte und Quellen

    Drei Zahlen entscheiden

    Wohngeld ist ein Zuschuss zur Miete für Haushalte, die ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, aber bei den Wohnkosten knapp sind. Wer Bürgergeld oder Grundsicherung bekommt, erhält kein Wohngeld, dort sind die Wohnkosten schon drin. Die Wohngeldstelle setzt drei Werte in eine feste Formel: die Zahl der Haushaltsmitglieder, die Miete und das Einkommen.

    Die Miete zählt nur bis zu einem Höchstbetrag. Der hängt an der Mietstufe deiner Gemeinde: I für günstige Orte, VII für München und ähnlich teure Städte. Auf die Miete schlägt die Wohngeldstelle eine feste Heizkostenentlastung auf. Nachweisen musst du dafür nichts. Beim Einkommen zieht sie pauschal je 10 Prozent ab, wenn du Steuern, Kranken- und Rentenversicherung zahlst.

    Höchstbeträge für die Miete und Heizkostenentlastung im Monat, seit Januar 2025
    HaushaltStufe IStufe IIIStufe VStufe VIIHeizkosten
    1 Person361 €456 €562 €677 €110,40 €
    2 Personen437 €551 €680 €820 €142,60 €
    3 Personen521 €657 €809 €975 €170,20 €
    4 Personen608 €766 €946 €1.139 €197,80 €
    5 Personen694 €875 €1.080 €1.302 €225,40 €

    Zum Höchstbetrag kommt eine kleine Klimakomponente für energieeffiziente Wohnungen dazu, für eine Person 19,20 Euro. Sie gilt für alle, auch in unsanierten Häusern.

    Wie hoch das Einkommen sein darf

    Eine feste Grenze steht nirgends im Gesetz. Sie ergibt sich aus der Formel. Allein in Mietstufe III mit einer Miete am Höchstbetrag endet der Anspruch bei etwa 2.260 Euro Bruttolohn im Monat. Zu zweit mit einem Verdiener liegt die Grenze bei rund 3.010 Euro, zu viert bei rund 5.040 Euro.

    Kindergeld zählt nicht als Einkommen. Wohngeld unter 10 Euro im Monat zahlt die Wohngeldstelle nicht aus. Für eigene Wohnungen und Häuser gibt es dieselbe Rechnung als Lastenzuschuss, dann zählen Zins, Tilgung und Bewirtschaftungskosten statt der Miete.

    Was sich 2027 ändern soll

    Nach dem Gesetz steigt das Wohngeld alle zwei Jahre mit Mieten und Preisen, das nächste Mal am 1. Januar 2027. Das Bundeskabinett hat im Juli 2026 aber einen Entwurf beschlossen, der diese Anpassung aussetzt, die Heizkostenentlastung halbiert und die Formel für höhere Einkommen verschärft. Der Bundesrat hat im September Kritik angemeldet. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Bis dahin gelten die Beträge von 2025 weiter, und laufende Bescheide bleiben bis zu ihrem Ende gültig.

    Häufige Fragen

    Wie viel darf man verdienen, um Wohngeld zu bekommen?

    Eine feste Einkommensgrenze gibt es nicht, sie hängt von Haushaltsgröße, Miete und Mietstufe ab. Allein in einer Stadt der Mietstufe III mit hoher Miete endet der Anspruch 2026 bei etwa 2.260 Euro Bruttolohn im Monat, für eine vierköpfige Familie mit einem Verdiener bei etwa 5.040 Euro.

    Wie viel Wohngeld bekommt man im Durchschnitt?

    Ende 2025 bekamen Wohngeldhaushalte nach Zahlen des Statistischen Bundesamts im Schnitt 296 Euro im Monat. Rund 1,3 Millionen Haushalte bezogen Wohngeld.

    Wie viel Wohngeld bekommt ein Rentner?

    Rentner bekommen Wohngeld nach derselben Formel wie alle anderen. Allein mit 1.300 Euro Bruttorente und 500 Euro Bruttokaltmiete in Mietstufe III sind es 2026 rund 177 Euro im Monat, wenn nur die Krankenversicherung als Abzug zählt.

    Steigt das Wohngeld 2027?

    Das Wohngeld wird eigentlich alle zwei Jahre an Mieten und Preise angepasst, das nächste Mal zum 1. Januar 2027. Die Bundesregierung will diese Erhöhung nach einem Kabinettsentwurf vom Juli 2026 aber aussetzen und die Heizkostenentlastung halbieren. Beschlossen ist das Stand September 2026 noch nicht.