Wie der Vergleich rechnet
Käufer und Mieter starten mit demselben Eigenkapital. Der Käufer steckt es in Nebenkosten und Kaufpreis, den Rest leiht er sich. Der Mieter legt es an. Jeden Monat vergleicht der Rechner, wer mehr zahlt: Rate plus Instandhaltung auf der einen Seite, Kaltmiete auf der anderen. Wer weniger zahlt, legt die Differenz an, so sind beide Seiten fair gerechnet.
Am Ende zählt das Vermögen. Beim Käufer ist das der Wert der Immobilie minus Restschuld, beim Mieter das Depot nach Abgeltungsteuer. Eine selbst genutzte Wohnung darfst du nach dem Kauf steuerfrei verkaufen, Gewinne im Depot versteuerst du. Beides ist eingerechnet.
Dann sucht der Rechner die Kaltmiete, bei der beide nach deiner Laufzeit gleich viel besitzen. Liegt deine tatsächliche Miete darüber, spricht die Rechnung für Kaufen.
Was die Grenze verschiebt
Der Bauzins wirkt am stärksten. Ein Prozentpunkt mehr kostet bei 300.000 Euro Darlehen rund 3.000 Euro Zinsen im Jahr, und genau um diesen Betrag muss die Miete höher sein, damit Kaufen mithält. Die Rendite des Mieters wirkt in die andere Richtung. Aktien schwanken, einzelne Jahre enden mit Verlust.
Die Nebenkosten für Grunderwerbsteuer, Notar und Makler sind sofort weg. Über zehn Jahre fallen sie schwer ins Gewicht, über dreißig kaum noch. Wer nicht weiß, ob er in fünf Jahren noch in derselben Stadt lebt, fährt mit Mieten meist besser.
Die Wertsteigerung ist die unsicherste Annahme. Bis 2022 stiegen die Preise über Jahre stark, 2023 fielen sie deutlich. Rechne ruhig einmal mit null Prozent und schau, was übrig bleibt.
Was nicht in der Rechnung steckt
Eigentum bringt Sicherheit vor Eigenbedarfskündigung und die Freiheit, Wände einzureißen. Mieten bringt Beweglichkeit und keine Überraschung, wenn das Dach undicht wird. Beides hat einen Wert, den keine Formel kennt.
Auch der Zwang zum Sparen zählt. Viele Mieter legen die Differenz in der Praxis nicht an. Dann gewinnt das Eigenheim, weil die Tilgung jeden Monat Vermögen aufbaut, ob man will oder nicht.