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Wie viel Miete darf der Vermieter bei einer Neuvermietung verlangen?

Die Wohnung ist hell, der Vertrag liegt schon auf dem Küchentisch. Dann siehst du die Zahl: 15 Euro kalt pro Quadratmeter. Im Mietspiegel deiner Stadt stehen für dieses Viertel 11.

aus dem Mietspiegel, kalt
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Gilt am Ort die Mietpreisbremse?
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    Voreingestellte Werte: Stand September 2026. Werte und Quellen

    Zehn Prozent über dem Mietspiegel

    In Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt dürfen die Länder eine Mietpreisbremse verhängen. Dort darf die Miete bei Vertragsbeginn die ortsübliche Vergleichsmiete um höchstens 10 Prozent übersteigen (§ 556d BGB). Maßgeblich ist der qualifizierte Mietspiegel für genau diese Wohnung, mit Baujahr, Lage und Ausstattung. Die Verordnungen der Länder müssen spätestens Ende 2.029 auslaufen.

    Drei Ausnahmen erlauben mehr. Hat der Vormieter schon mehr gezahlt, darf der Vermieter diese Vormiete weiter verlangen. Hat er in den drei Jahren vor dem Einzug modernisiert, darf er den Betrag aufschlagen, den er nach § 559 BGB umlegen dürfte. Und Neubauten, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals vermietet wurden, sind ganz ausgenommen, ebenso die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung.

    Ohne Mietpreisbremse

    Wo keine Mietpreisbremse gilt, ist die Miete bei Neuvermietung frei verhandelbar. Zwei Grenzen bleiben. Liegt sie mehr als 20 Prozent über dem Üblichen und nutzt der Vermieter ein knappes Angebot aus, ist das eine Mietpreisüberhöhung nach § 5 Wirtschaftsstrafgesetz. Das kostet bis zu 50.000 Euro Bußgeld, und du kannst den Teil über der Grenze zurückverlangen.

    Den Nachweis, dass der Vermieter eine Zwangslage ausnutzt, müssen Mieter führen. Das gelingt selten. Mietwucher nach § 291 Strafgesetzbuch sehen Gerichte meist erst ab rund 50 Prozent über der Vergleichsmiete.

    So holst du zu viel gezahlte Miete zurück

    Frag den Vermieter schriftlich nach der Vormiete und nach Modernisierungen. Will er sich auf eine Ausnahme berufen, muss er dir das vor Vertragsschluss unaufgefordert mitteilen. Holt er das erst später nach, gilt die Ausnahme frühestens zwei Jahre danach.

    Dann rügst du die Miete schriftlich. Das geht auch per E-Mail. Ein Satz, dass die Miete gegen die Mietpreisbremse verstößt, genügt. Ab der Rüge schuldest du nur noch die zulässige Miete. Rügst du innerhalb der ersten 30 Monate, bekommst du zu viel gezahlte Miete sogar ab Vertragsbeginn zurück.

    Häufige Fragen

    Wie viel darf die Miete bei einem Mieterwechsel steigen?

    In Gebieten mit Mietpreisbremse darf die neue Miete höchstens 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, es sei denn, schon der Vormieter hat mehr gezahlt. Ohne Mietpreisbremse gibt es bei Neuvermietung keine feste Obergrenze, nur das Verbot der Mietpreisüberhöhung und des Wuchers.

    Bis wann gilt die Mietpreisbremse?

    Die Länder dürfen Gebiete mit Mietpreisbremse festlegen, ihre Verordnungen müssen nach § 556d BGB spätestens Ende 2.029 auslaufen. Welche Städte betroffen sind, regelt jedes Land selbst.

    Gilt die Mietpreisbremse für Neubauten?

    Nein. Wohnungen, die nach dem 1. Oktober 2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, sind ausgenommen, ebenso die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung.

    Was kann ich tun, wenn meine Miete zu hoch ist?

    Du rügst die Miete schriftlich beim Vermieter. Ab dann kannst du den Teil über der Grenze zurückfordern, für die ersten 30 Monate des Mietvertrags auch rückwirkend, wenn du innerhalb dieser Zeit rügst.

    Ab wann ist eine Miete Wucher?

    Die Gerichte sehen ein auffälliges Missverhältnis meist ab etwa 50 Prozent über der üblichen Miete. Mietwucher ist nach § 291 des Strafgesetzbuchs eine Straftat, wenn der Vermieter eine Zwangslage oder Unerfahrenheit ausnutzt.